Show Less

Beiträge zum Islamischen Recht

Series:

Edited By Hans-Georg Ebert

Das Islamische Recht, die sharī’a, prägt wesentlich die Rechtsordnungen in der Region Nordafrikas und des Vorderen Orients. Die Beiträge dieses Bandes – mehrheitlich auf der Jahrestagung der «Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht e.V.» 1999 gehalten und derem 1. Vorsitzenden, Herrn Professor Dr. Ernst Klingmüller, gewidmet – beschäftigen sich mit theoretischen und praktischen Problemen bei der Anwendung islamischer Rechtsnormen. Neben zivil- und handelsrechtlichen Fragen werden vor allem Aspekte des Familienrechts, des Kindschaftsrechts und des Erbrechts in der Region behandelt. Die Beiträge unterstreichen die Flexibilität und Entwicklungsfähigkeit des Islamischen Rechts.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

RA Dr. Fritz-René Grabau / Jürgen Hennecka, Berlin/Frankfurt (Oder): Die Verteilung der elterlichen Sorge nach islamischem Recht

Extract

Grabau!Hennecka: Die Verteilung tier elterlichen Sorge nach islamischem Recht DIE VERTEILUNG DER ELTERLICHEN SORGE NACH ISLAMISCHEM RECHT RA Dr. Fritz-Rene GRABAU I Jiirgen HENNECKA, Berlin I Frankfurt (Oder) Der nachfolgende Beitrag hat einen konstruierten Fall zum Gegenstand, der in der Praxis htiufig tihnlich vorkommt. Auf die iranischen Rechtsvorschriften und deren islamrechtliche Hintergriinde wurde dabei besonders intensiv eingegan- gen, denn selbst die Entscheidungen der deutschen Gerichte zeigen, dass hier oft Unsicherheiten in maj3geb/ichen Fragen bestehen. Fallsituation Der iranische StaatsangehOrige Ali Sherinti heiratete im Iran die ebenfa/ls ira- nische Leila Bazargan. A us der Ehe stammt der gemeinsame Sohn Mirko-Reza. Kurz nach dessen Geburt hatten Sherintis ihren Wohnsitz nach Berlin ver/egt, wo die Ehe dann durch rechtskriiftiges Urteil vom Familiengericht Berlin- Charlottenburg auf An trag der Ehefrau geschieden wurde. Die Mutter hatte dabei die Obertragung der alleinigen elterlichen Sorge for das Kind beantragt, das heute vier Jahre alt ist. Da das Gericht der Auffassung war, dass die Entscheidung ohne ein Sachversttindigengutachten zu dem noch zu er- mittelnden aus/andischen Recht nicht zu fiil/en sei, war die Sorgerechtssache auf Antrag der Mutter vom Scheidungsverfahren abgetrennt worden. Durch eine g/eichzeitig mit dem Scheidungsurtei/ ergangene einstweilige Anordnung wurde die gesamte elterliche Sorge ilber Mirko-Reza gemaj3 § 620 Nr. 1 ZPO vorlaufig der Mutter ubertragen. Nunmehr hat der Vater beim Fami/iengericht die Obertragung der e/terlichen Sorge for Mirko-Reza beantragt. Er begriindet dies damit, dass das Kind die iranische Staatsangehorigkeit besitze und nach islamischem Recht - Sherintis sind shiitische Mus/ime - die e/terliche Sorge kraft Gesetzes stets dem...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.