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Untergräbt Deutschland selbst die internationale Stellung der deutschen Sprache?

Eine Folge der Förderung von Englisch im Bildungsbereich

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Hans Wagener

Die Arbeit untersucht, wieweit durch das Englische die Position des Deutschen als Fremd- und Wissenschaftssprache Schaden nimmt. Die Zahlen von 2005 und 2010 der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache (StADaF) mit dem starken Verlust an Lernern des Deutschen scheinen dies nahe zu legen. Ein Drittel der befragten Lehrenden des Deutschen als Fremdsprache oder der Germanistik sieht diese Gefahr ebenfalls. Ein Zurückdrängen der Rolle des Englischen ist bei der globalen Entwicklung in allen Bereichen sicher nicht möglich. Es kann also nur eine Balance zwischen der Verwendung des Englischen und Deutschen und insgesamt ein Festhalten an Mehrsprachigkeit angestrebt werden. Vorschläge, wie dies erreicht werden kann, bietet das Schlusskapitel und greift dabei auch die Empfehlungen der Hochschulrektorenkonferenz vom November 2011 zur Sprachenpolitik an den Hochschulen auf.

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B. Zukunft von Englisch als Lingua franca

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Wie schon in dem 1997 für den British Council geschriebenen Buch „The Fu- ture of English“ untersucht David Graddol auch in seinem Buch von 2006 „Eng- lish Next“ die mögliche zukünftige Rolle des Englischen. Der vollständige Titel enthält bereits eine seiner zentralen Prognosen: „Why global English may mean the end of 'English as a Foreign Language'“. Graddol trägt Lernerzahlen, demo- graphische Daten, ökonomische und politische Entwicklungen zusammen und versucht daraus Schlüsse in Bezug auf den künftigen Status des Englischen und eine mögliche Sprachenpolitik zu ziehen. Gerade die manchen Muttersprachler des Englischen mit Stolz erfüllende weltweit immer rasantere Ausweitung des Global English als Lingua franca ist für Graddol Grund zur Sorge oder mindestens zu genauer Beobachtung der Entwicklung. Die seit Braj Kachru (1985) gängige Unterteilung der Sprecher des Engli- schen nach dem Kreismodell (inner, outer, expanding circles) hält Graddol nicht mehr für adäquat. Er weist darauf hin, dass auch Kachru selbst seit kurzem vor- schlägt, die Zuordnung zum inneren Zirkel nicht nach Muttersprachzugehörig- keit, sondern nach Sprechfähigkeit vorzunehmen (not nativeness but proficiency or 'functional nativeness' regardless of how they learned or use the language), da auch die Grenze zwischen foreign und second language learners immer mehr verschwimme (Graddol 2006: 110). Die Rolle des native speaker verschiebt sich von der einer unangefochtenen Autorität hin fast zu der eines Hindernisses für internationale Kommunikation. Auf den ersten Blick schien gegen Ende des 20. Jahrhunderts...

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