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Gesellschaftlicher Wandel – wohin?

Innovative Entwicklungen in den Sozialwissenschaften. Regional, international- Festschrift für Erika Steinert

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Edited By Gisela Thiele

Die Buchbeiträge dieses Bandes sind dem Thema des sozialen Wandels verpflichtet. Im Kapitel «Kulturelle Aspekte des Wandels» geht es um Jugendliche und Pornografie und um das deutsche Erbe in der polnischen Kultur Schlesiens; im Kapitel «Soziale Arbeit – soziale Integration im Wandel» um indigenisierte Soziale Arbeit, integrative Ansätze in der Dementen-Betreuung, Behinderte in Russland und Inhaftierte in US-amerikanischen Gefängnissen sowie ältere Menschen und deren Partizipationsmöglichkeiten in der offenen Altenarbeit im Vergleich zwischen ostsächsischen und US-amerikanischen Einrichtungen. Im Kapitel «Sozialstaat, Rechtsstaat und Gesellschaft im Wandel» wird kommunale Hilfeplanung kritisch beleuchtet, das Grundeinkommen als Menschenrecht diskutiert, Ansätze postsozialistischen Aufbaus der Gesellschaft in Rumänien beschrieben sowie ein Modell der Simulation regionaler Entwicklungsprozesse vorgelegt.

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Soziale Arbeit – soziale Integration im Wandel

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„Kreise schließen“: Indigenisierte Soziale Arbeit auf dem Weg in den Mainstream Ute Straub Soziale Arbeit steht vor einem Paradigmenwechsel, der sich vor allem von unten nach oben, bottom-up, durchsetzt und auf Ansätze Sozialer Arbeit in sich entwi- ckelnden Ländern („Soziale Arbeit des Südens“) und auf Traditionen der Kon- fliktlösung bzw. „Heilung“ in indigenen Gemeinschaften verweist. Betrachtet man diesen Prozess genauer, gerät das Thema des Kreises in zweifacher Form in den Blick. „Sharing Circles“, also kreisförmige Konfliktlösungsverfahren sind Teil indigener Kulturen. Hintergrund ist eine Weltsicht, die nicht in Dichoto- mien, sondern in öko-spirituellen Zusammenhängen denkt, die wechselseitige Abhängigkeit von Mensch, Gemeinschaft und Umwelt betont und ein gutes Le- ben und Wohlergehen daran misst, in welchem Maß es gelingt, zwischen diesen Harmonie herzustellen (Coates/Gray/Hetherington 2006, S. 18-21). Zweitens kann die Adaption von Ansätzen aus dem Süden als kreisförmige Bewegung beschrieben werden: der Kreis schließt sich, indem Soziale Arbeit als Agentin der Kolonialisierung, als ein Export in die „Dritte Welt“ und basierend auf der Vorstellung von der Überlegenheit westlicher/ südlicher Zivilisation, nun von den Ansätzen der Länder des Globalen Südens1 und indigener Gemeinschaften zu lernen beginnt. Diese Entwicklung soll im folgenden Beitrag präzisiert wer- den. Zunächst wird auf Indigenized Social Work eingegangen, also eine Form Sozialer Arbeit, die auf die Anforderungen sich entwickelnder Länder oder die Bedürfnisse indigener Minderheiten in einer Mehrheitsgesellschaft eingeht bzw. 1 Globaler Süden bezieht sich auf...

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