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Prosa von Gabriele Wohmann

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Grit Dommes

Von 1958 an hat Gabriele Wohmann ein umfangreiches Œuvre veröffentlicht, überwiegend Prosa. Kritik und Forschung sind sich lange schon einig, was von diesem Werk zu halten ist: Im besten Fall werden der Autorin eine genaue Beobachtungsgabe und die Kenntnis von Kommunikationsstörungen im privaten Bereich bescheinigt. Beanstandet werden dagegen die immer gleichen Beschreibungen eines langweiligen Alltags und die Beschränkung auf den bürgerlichen Mittelstand. Liest man die Erzählungen und Romane jedoch konsequent im sozialen und literarischen Kontext der Bundesrepublik, ergibt sich ein anderes Bild. Dann stößt man auf Texte, die an literarischen Entwicklungen teilhaben, die zur Tagespolitik Position beziehen und dabei die Grundvoraussetzungen der zeitgenössischen Gesellschaft auf den Prüfstand stellen – Texte, denen in der Literaturgeschichte ein fester Platz gebührt.

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2 Monographie mit Aussicht

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»[…] fiction is like a spider’s web, attached ever so lightly perhaps, but still attached to life at all four corners.« (Virginia Woolf, A Room of One’s Own) 2.1 Voraussetzungen Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk einer Autorin, eines Autors ist seit den sechziger Jahren in Verruf geraten, monographische Arbeiten gelten gemeinhin als wenig progressiv und originell. Trotzdem werden noch immer Monographien geschrieben und gelesen; selbst Biographien, auf dem Buchmarkt ohnehin fest etabliert, finden im akademischen Rahmen Verfasser und Rezipienten. Längst hat die literaturwissenschaftliche Forschung die Attacken gegen zentrale Kategorien wie Autor und Werk in die Schranken verwiesen, ließ sich doch nicht übersehen, dass auch nach Foucault und Barthes52 erkenntnisfördernd mit diesen Kategorien gearbeitet wurde. Die Herausgeber eines Tagungsbandes von 1999, der im Titel bereits die Rückkehr des Autors konstatiert53, weisen in ihrer aus- führlichen Einleitung die »unbestreitbare Relevanz dieses Begriffs [›Autor‹] in nahezu allen Bereichen des Fachs« nach.54 So ist es heute zwar selbstverständ- lich, diesem Begriff nicht naiv zu begegnen, sondern den historischen Wandel seiner Bedeutung zu reflektieren, es ist aber ebenso selbstverständlich, dass »In- formationen über einen Autor« in die Textarbeit einfließen. Ralf Klausnitzer etwa regelt in seiner Einführung in die Literaturwissenschaft von 2004 bloß die Modalität: »Als Faustregel für alle Verwendungen kann gelten, dass historische, kultur- und wissensgeschichtliche, psychologische sowie alle anderen Informa- 52 Michel Foucault, Was ist ein Autor?; Roland Barthes, Der Tod des Autors. 53 »Die Tagung trug noch den Titel ›Rückkehr des Autors...

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