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Frühe semitische Lehnwörter im Griechischen

Rafal Rosol

Das Buch wirft ein neues Licht auf die Frage der frühen semitischen Lehnwörter im Griechischen. Es untersucht ca. 400 griechische Wörter auf einen möglichen semitischen Ursprung. Aus dieser Untersuchung ergibt sich, dass der von der mykenischen bis zum Ende der klassischen Zeit belegte griechische Wortschatz insgesamt 65 Wörter mit plausiblen semitischen Etymologien umfasst. Hinzu kommen die Buchstabennamen phönizischer Herkunft und einige Wörter, die zwar ägyptischen oder iranischen Ursprungs sind, aber vermutlich durch Vermittlung einer semitischen Sprache übernommen wurden. Bei über 300 Wörtern erwiesen sich die in der Forschung vorgeschlagenen semitischen Etymologien dagegen als unhaltbar.

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V. IRANISCHE LEHNWÖRTER MIT MÖGLICHER SEMITISCHER VERMITTLUNG

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a jrseniko vn und ajrrenikovn n. ‘Arsenik, d.h. Arsensulfid (Auripigment)’ (seit Arist.), später auch ajrrenikhv f. ‘ds.’ (Gall.). Die Griechen holten das Mineral wohl aus dem Nahen Osten, möglicherweise aus Kleinasien, Kurdistan (auch heute noch große Vorkommen) oder Iran; vgl. Str. 15.2.14. Der Name des Arseniks ist ursprünglich wohl iranisch; die Griechen übernah- men ihn entweder direkt aus dem Altiranischen oder mittelbar aus einer semiti- schen Sprache – reichsaram. zrnyk ‘Arsenik, Auripigment’ [DNWSI: 340], syr. zarnīkā ‘ds.’ [LS: 206f.; SL: 399], mhebr. zarnîḵ ‘ds.’ [D: 133], armen. za−ik ‘ds.’ [NDAE: 176; Hübschmann 1897: 149; 1906: 457], npers. zarnī / zarnīŸ / zarnīq / zarnīk ‘ds.’ [PED: 616], arab. zirnīŸ ‘Arsen; Arsenik’ [AW: 522]. Im Griechischen haben die Metathese *sar- > ajrs- und überdies die Assimilation -rs- > -rr- stattgefunden. Kommentar: Die Ansicht, dass griech. ajrsenikovn durch semitische Vermittlung aus dem Ira- nischen entlehnt worden ist, ist weit verbreitet; s. z.B. Lewy 1895: 55; Boisacq 1916: 83; GEW: I, 152; DELG: 115f.; Lüschen 1979: 175; Aufmesser 2000: 259f.; EDG: 141. Vgl. Lagarde 1866: 47; Muss-Arnolt 1892: 138, Anm. 29; Schrader 1917-29: I, 58; Goltz 1972: 158, mit Anm. 277. Was die iranische Form angeht, wird am häufigsten mpers. *zarnīk zu avest. zarənya- ‘golden’ erschlossen. Anders Hinz 1975: 278, der med. *zarnyaka- als Ausgangsform rekonstruiert. Wenig plausibel ist die von Brust 2005: 119-122 aufgestellte Hypothese, dass der Name des Arseniks letzten Endes aus dem Na- men der Region Drangiane in Sistan,...

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