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«Produzenten statt Parasiten»

Entwürfe und Wirklichkeiten beruflicher Ausbildung im modernen Argentinien

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Veronica Oelsner

Das Buch untersucht den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Repräsentationen von Arbeit, Beruf und Bildung und der Ausgestaltung von Berufsbildungsstrukturen in Argentinien. Im Mittelpunkt stehen die verstärkten Debatten zur Berufsbildung in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sowie die umfangreichen Berufsbildungsreformen während der Regierungszeit Peróns in den Jahren 1944 bis 1955. Die Autorin rekonstruiert die jeweils vorherrschenden, teils historisch gewachsenen, teils bewusst geschaffenen, Repräsentationen und zeigt, wie sie bestimmte Entwicklungen der Berufsbildung befördert, erschwert oder gar behindert haben. Die Studie bietet nicht nur eine komplexe Sicht auf die argentinische Berufsbildung; sie eignet sich auch als Ausgangspunkt für die Untersuchung weiterer Fälle.

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6. Schluss: Die Gestaltungskraft berufsbezogener Repräsentationen

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Die vorangegangenen Analysen haben gezeigt, wie Repräsentationen (Deu- tungstraditionen, Wertvorstellungen, Konzepte) von Arbeit, Beruf und Bildung als semantische Ressourcen die Aushandlung von Funktionen und Gestaltung von Berufsbildung im modernen Argentinien bedingt haben. Der Schwerpunkt lag zunächst auf den Reformversuchen zum Beginn des 20. Jahrhunderts; an- schließend wurden die Reformen gegen Mitte des 20. Jahrhunderts untersucht. Dabei wurden zwei Typen von Repräsentationen in den Blick genommen: zum einen historisch gewachsene und über die Zeit in der Gesellschaft tradierte Re- präsentationen, die sich nicht zuletzt in der Sprache verdichteten, zum anderen Repräsentationen, welche (wenngleich von den tradierten Repräsentationen be- dingt) erst im Kontext der analysierten Umbruchsituationen verstärkt auftraten beziehungsweise bewusst geschaffen wurden. Konkret untersuchten die ver- schiedenen Kapitel (a) die historischen Zusammenhänge, in denen Berufsbil- dung in den Vordergrund gesellschaftlicher Debatten und Politik rückte, (b) die arbeits-, berufs- und berufsbildungsbezogenen Repräsentationen, die dabei je- weils zum Ausdruck kamen, und (c) die Berufsbildungsmodelle, die entworfen oder implementiert wurden. Sie untersuchten auch, (d) wie diese Repräsentatio- nen und Berufsbildungsmodelle einerseits miteinander, andererseits mit histo- risch gebildeten Deutungstraditionen, Wertvorstellungen und Konzepten um das Berufliche zusammenhingen und (e) wie sich diese herausgebildet hatten. Wie die Einleitung und das dritte Kapitel zeigten, wurde in Argentinien zwi- schen den letzten Jahren des 19. und den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahr- hunderts zum ersten Mal intensiv über Berufsbildung diskutiert. Mitglieder der sozialen und der politischen Eliten begannen dem Thema wachsende Aufmerk- samkeit zu schenken, als die...

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