Show Less

Die Haftung von Vorständen und Geschäftsführern wegen Vermögensschäden bei Kapitalanlegern

Series:

Frederik Steinhoff

Das Risiko für Mitglieder geschäftsführender Organe von Kapitalgesellschaften persönlich in Anspruch genommen zu werden, ist seit Mitte der 1990er Jahre deutlich gestiegen. Ausgehend von einer Reihe von Fällen, die Entscheidungen des Bundesgerichtshofes nachgebildet sind, untersucht der Autor verschiedene Konstellationen der persönlichen Haftung von Organmitgliedern. Neben der Inanspruchnahme des Geschäftsleiters durch die Gesellschaft im Wege der Innenhaftung wird vor allem die Frage nach der Haftung gegenüber außerhalb der Gesellschaft stehenden Dritten beleuchtet. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Haftung wegen der Verletzung von Ad-hoc-Publizitätspflichten börsennotierter Aktiengesellschaften. Ferner werden straf- und versicherungsrechtliche Fragestellungen berücksichtigt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

D. Die kollektive, gerichtliche Durchsetzungvon Anlegerschäden durch das Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz (KapMuG)

Extract

213 D. Die kollektive, gerichtliche Durchsetzung von Anlegerschäden durch das Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz (KapMuG) Eine wichtige Frage zur persönlichen Außenhaftung von Organmitgliedern bei Kapitalgesellschaften ist die nach der gerichtlichen Durchsetzung der Schadens- ersatzansprüche von Anlegern. Gerade für geschädigte Kapitalanleger soll das KapMuG eine vereinfachte gerichtliche Geltendmachung ihrer Ansprüche er- möglichen. Der Gesetzgeber versucht, mit dem KapMuG im deutschen Prozess- recht neue Wege zu beschreiten. Zum ersten Mal soll für geschädigte Kapitalan- leger eine gesetzliche Möglichkeit geschaffen werden, gemeinsam im Rahmen eines Kollektivverfahrens gegen einen Beklagten im Klagewege vorzugehen. Kennzeichnend für die Kollektivklage ist, dass eine Vielzahl von Geschädigten ihre gleichgerichteten Interessen in einem Verfahren geltend macht1230. Im Fol- genden soll die Entwicklung zum KapMuG sowie der Ablauf eines Musterver- fahrens dargestellt werden. Ferner ist der Frage nachzugehen, ob das KapMuG tatsächlich in der Praxis zu einer spürbaren Erleichterung für die Anleger bei der Verfolgung von Ansprüchen führt. I. Die Entwicklung zum KapMuG Bei dem Versuch, Schadensersatzansprüche geltend zu machen, stießen Anleger in der prozessualen Durchsetzung neben überlangen Verfahren auf eine Reihe von weiteren Problemen. So hängt die gerichtliche Entscheidung von der Einho- lung von Sachverständigengutachten ab, deren Kosten in die Millionenhöhe ge- hen können. Im Verhältnis hierzu fällt der in die Tausende gehende Schaden, der auf den einzelnen Anleger entfällt, nicht mehr ins Gewicht. Eine prozessuale Geltendmachung der Ansprüche war damit bislang für...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.