Show Less

Die Haftung von Vorständen und Geschäftsführern wegen Vermögensschäden bei Kapitalanlegern

Series:

Frederik Steinhoff

Das Risiko für Mitglieder geschäftsführender Organe von Kapitalgesellschaften persönlich in Anspruch genommen zu werden, ist seit Mitte der 1990er Jahre deutlich gestiegen. Ausgehend von einer Reihe von Fällen, die Entscheidungen des Bundesgerichtshofes nachgebildet sind, untersucht der Autor verschiedene Konstellationen der persönlichen Haftung von Organmitgliedern. Neben der Inanspruchnahme des Geschäftsleiters durch die Gesellschaft im Wege der Innenhaftung wird vor allem die Frage nach der Haftung gegenüber außerhalb der Gesellschaft stehenden Dritten beleuchtet. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Haftung wegen der Verletzung von Ad-hoc-Publizitätspflichten börsennotierter Aktiengesellschaften. Ferner werden straf- und versicherungsrechtliche Fragestellungen berücksichtigt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

E. Probleme im Rahmen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit von Unternehmensführern

Extract

Neben der Inanspruchnahme im Rahmen der zivilrechtlichen Haftung lastet auf den Unternehmensleitern bei der Ausübung ihrer Tätigkeit auch das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung. Der letzte in der Öffentlichkeit stark wahrgenom- mene Fall ist wohl das Mannesmann-Verfahren1359, in dem es um die Frage ging, ob die im Zusammenhang mit der Übernahme der Mannesmann AG durch den britischen Mobilfunkbetreiber Vodafone an die ehemaligen Vorstandsmit- glieder gezahlten Abfindungen den Tatvorwurf der Untreue gemäß § 266 StGB begründen können. Eine Vielzahl der regelmäßig für Unternehmensführer in Betracht kommenden Straftatbestände sind bereits als potentiell drittschützende Gesetze im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB behandelt worden1360. Zur Vermeidung von Wiederholungen sei auf die dort gemachten Ausführungen verwiesen. In diesem Abschnitt soll lediglich der Straftatbestand der Untreue gemäß § 266 StGB einer genaueren Betrachtung unterzogen werden. Die Untreue gilt mitt- lerweile als das typische „Wirtschaftsverbrechen“ der Gegenwart1361. Schließlich stellt sich die Frage, wie seitens der Gesellschaft auf die Eröffnung eines Ermitt- lungsverfahrens gemäß § 160 Abs. 1 StPO bzw. der Hauptverhandlung gemäß der §§ 226 ff. StPO zu reagieren ist. I. Der Straftatbestand der Untreue gemäß § 266 StGB Der Straftatbestand der Untreue gemäß § 266 StGB stellt den Missbrauch der Befugnis, über fremdes Vermögen verfügen zu können, und die Verletzung ei- ner Vermögensbetreuungspflicht unter Strafe, sofern dadurch dem fremden Vermögen ein Nachteil zugefügt wird. Schutzgut von § 266 StGB ist das Ver- mögen1362. Das Delikt der Untreue gliedert sich in zwei Tatbestände. Zum...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.