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Transurbane Lebenswelten in Bozen

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Peter Volgger

Dieses Buch liefert neue Erkenntnisse im Bereich der Grundlagenforschung zu Migration und Stadt und zeigt innovative Methoden der Stadtforschung am Beispiel senegalesischer Migranten in Bozen auf. Die Improvisationen dieser Menschen schaffen Öffnungen für neue urbane Situationen und kreative Verbindungslinien zwischen dem Globalen und dem Lokalen. Die entstehenden Phänomene können an einem konkreten Ort sichtbar gemacht werden. Die zentrale Aussage ist, dass die Muriden in Bozen ein authentisches Fragment – ein «afrikanisches Dorf» – bewohnen, das nicht einfach mit Begriffen des normativen Raums zu erklären ist. Es entstehen selbstautorisierte Strukturen, die zu einer Neuverteilung von Aktivitäten und Rollen jenseits der Räume führen, die uns vertraut sind.
Diese Arbeit hat 2011 den ersten Preis des Südtiroler JungakademikerInnenforums gewonnen.

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IV DER TRANSURBANE ARCHIPEL

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4.1 Der Archipel 4.1.1 Die Theoriefigur des Archipels Der ‚Archipel‘ besteht im übertragenen Sinn aus Inseln, die in den ‚flows‘ der Globalisierung liegen. Das Archipel-Modell337 eignet sich, um die Wahrnehmun- gen, Formen und Lebensmöglichkeiten von internationaler Mobilität neben den Begriffen wie Netzwerk, Flows, Transnationalität oder Hybridität verständlich zu machen. Der Archipel ist per definitionem „[...] ein natürliches, verstreutes Gebiet, das durch nicht-geografische Elemente (Meer) zusammenhängt.“ • Der ‚natürliche Archipel‘: ein Zusammenhang wird auf Dauer gestellt, dh. ‚naturalisiert‘, womit der Archipel zu einer ‚zweiten Natur‘ wird.338 • Der ‚operationale Archipel‘: Das ‚Denken in Operationsketten‘(LATOUR) entwickelt den Archipel als operationale Kategorie von Akteuren. • Der ‚persönliche Archipel‘: Persönlich, individuell oder kollektiv gesehen, ist der Archipel eine Ansammlung von ‚Lebensorten‘ (Arbeiten, Wohnen...) • Der ‚soziale Archipel‘: die Kohäsion geht aus der Tätigkeit des „Vernetzens“ hervor. ‚Sozial‘ heißt bei LATOUR so viel wie ‚assoziieren`. • Der ‚normative Archipel‘: Modell und Instrument der Kritik an der Moderne als Kritik an einem Dispositiv-Netz (FOUCAULT). 337 Anm.: Bourdieu: Der Akteur erkennt nicht die intrinsische Logik des Archipels, er ‚natura- lisiert‘ ihn und betrachtet ihn wie ein Naturding. Vgl.: Jurt J.: Pierre Bourdieu (1930-2002). Eine Soziologie der symbolischen Güter, in : Hofmann M.L., Korta T F. und Niekisch S.: Culture Club. Klassiker der Kulturtheorie. Frankfurt am Main 2004, S. 204ff. 338 Vgl. Krauss W.: Bruno Latour. In: Moebius S. und Quatflieg D. (Hrsg.): Kultur. Theorien der Gegenwart. Wiesbaden 2006 96 4.1.2 Das Modell von Diego Barajas BARAJAS entwickelt seine Vorstellung...

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