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Transurbane Lebenswelten in Bozen

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Peter Volgger

Dieses Buch liefert neue Erkenntnisse im Bereich der Grundlagenforschung zu Migration und Stadt und zeigt innovative Methoden der Stadtforschung am Beispiel senegalesischer Migranten in Bozen auf. Die Improvisationen dieser Menschen schaffen Öffnungen für neue urbane Situationen und kreative Verbindungslinien zwischen dem Globalen und dem Lokalen. Die entstehenden Phänomene können an einem konkreten Ort sichtbar gemacht werden. Die zentrale Aussage ist, dass die Muriden in Bozen ein authentisches Fragment – ein «afrikanisches Dorf» – bewohnen, das nicht einfach mit Begriffen des normativen Raums zu erklären ist. Es entstehen selbstautorisierte Strukturen, die zu einer Neuverteilung von Aktivitäten und Rollen jenseits der Räume führen, die uns vertraut sind.
Diese Arbeit hat 2011 den ersten Preis des Südtiroler JungakademikerInnenforums gewonnen.

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V DER URBANE ARCHIPEL

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5.1 Stadt und Migration ‚Stadt‘ ist heute nicht mehr identisch ist mit der räumlichen Manifestation einer Gemeinschaft, die eine klare Struktur besitzt und sich eindeutig auf ein Territo- rium bezieht. Aus ihrer physisch-morphologischen Struktur können nicht mehr Schlussfolgerungen über die Struktur einer Gesellschaft gezogen werden und Funktionen und Typologien ändern sich unter dem Einfluss globaler Prozesse grundlegend. Die Stadt ist nicht die Summe immer gleicher Dinge und Program- me. Viele der neuen Programme sind innerhalb der bestehenden, traditionellen Strukturen versteckt und verändern diese von innen heraus. Die Stadt ergibt sich aus vielen ‚Städten‘, die sich wechselseitig affizieren, ein Mosaik bilden, das aus den verschiedenen Strategien der Verortung entsteht. . Die Beobachtung ethnischer Gruppen als ‚strategisches Objekt‘ führt zur Offen- legung kreativer Strategien, die zwischen dem Globalen und dem Lokalen ver- mitteln. Eine Vielzahl von Gemeinschaften findet auf einem sich permanent aus- weitenden, praktisch grenzenlosen Areal (‚randlose Stadt‘) Platz, Seite an Seite und in ständig wechselnden Kombinationen. Gemeinschaften werden zunehmend durch aktive, bewusste Entscheidung und durch eine in Zeitspannen gemessene Nähe gebildet. Ein faszinierender Aspekt des Denkens von APPADURAI ist die Vorstellung, dass Städte nicht mehr eine Lokalität sind, sondern ein ‚Komplex von Lokalitäten‘ (complex of localities). Jede Gruppe dockt mit ihrer Konfiguration dockt an die Materialität der Stadt an und erzeugt dabei eigene Formen des kul- turellen Ausdrucks. Es handelt sich um Prozesse, die in verschiedene Richtungen laufen, verknüpft und getrennt werden nach Bedarf, Prozesse des Schichtens, Ver- flechtens,...

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