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«Barocco Leccese»

Eine Sonderform des Barock betrachtet in Lecce an der Basilika Santa Croce

Sabina Costede

Exzentrischer Ideenreichtum und eigenwillige Originalität zeichnen den Lecceser Barock aus, der sich auf der salentinischen Halbinsel Italiens um Lecce im 16. Jahrhundert etabliert hat. Ist das Außergewöhnliche dieser Stilrichtung zwar längst erkannt, so ist sie in der deutschsprachigen Fachwelt bisher jedoch kaum gewürdigt und auch in der italienischen Kunstgeschichte erst in jüngerer Zeit in Ansätzen erforscht worden. Diese Analyse belegt die Berechtigung, ja sogar die Notwendigkeit, den Barocco Leccese als eine Sonderform des Barock den allgemein bekannten Formen des Barock ebenbürtig gegenüberzustellen. Die Verfasserin weist dies in einer umfassenden Neubewertung jener eigenwilligen Baukunst durch neue, bisher nicht erkannte Aspekte mit Blick auf die Basilika Santa Croce nach.

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4 Bestandsaufnahme der Basilika Santa Croce

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4.1 Text- und Bildquellen Bereits Infantino beklagte Mitte des 17. Jahrhunderts die unzureichende Hinterlassenschaft von Dokumenten, die über das architektonische Konzept des Kirchengebäudes hätten Auskunft geben können.157 Vollständig erhalten hat sich das Auftragsschreiben zur Ausführung der drei Portale.158 Ansonsten sind kaum schriftliche Zeugnisse, Zeichnungen oder Skizzen erhalten, die den Ent- wurfs- und Planungsprozess, wenn auch nur lückenhaft, dokumentieren.159 Auch fehlen Unterla- 157 INFANTINO 1634, 115-119. 158 Sie befinden sich wie sämtliche historische Dokumente zur Kirche im Stadtarchiv von Lecce. 159 VACCA 1943, 193-195. 34 gen über den Baufortschritt und Hinweise, die über die Arbeiten einzelner Künstler und Archi- tekten Aufschluss geben können. Nur wenige Dokumente belegen am Bau beteiligte Handwer- ker.160 Vor allem existieren keinerlei Dokumente – weder von Auftraggebern noch von Ausfüh- renden – die Aussagen über das ikonographische Programm des Innenraumes und vor allem der Fassade vermitteln könnten.161 Erst seit dem 19. Jahrhundert sind Belege über größere und klei- nere Sanierungsmaßnahmen erhalten. Es liegen Bildquellen in Form von Zeichnungen, Skizzen und Stichen vor, die hauptsächlich im 18. und 19. Jahrhundert angefertigt wurden. Sie belegen, dass an der Fassade nach ihrer Fertig- stellung keine eingreifenden Veränderungen vorgenommen wurden. Von besonderem Interesse ist ein Stich von Pompeo Renzi aus dem Jahr 1632,162 welcher die Kirche im Zustand noch ohne ihre spätere Schaufassade zeigt. 4.2 Die Einbindung der Basilika in den städtebaulichen Kontext Die Basilika Santa Croce (Abb.1a-b) liegt im historischen Zentrum der Altstadt von...

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