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Sprachdenker

Iris Forster, Tobias Heinz and Martin Neef

Der Band Sprachdenker versammelt 14 Porträts von Persönlichkeiten, die wichtige Impulse zum abendländischen Denken über Sprache gegeben haben, verfasst von 14 verschiedenen Autoren. So unterschiedlich die einzelnen Texte konzeptionell und stilistisch gestaltet sind, finden sie ihren Zusammenhalt in ihrer Bindung an Ideen, Theorien und Modellierungen je eines einzelnen Individuums. Diese Konzeption basiert auf der Überzeugung, dass die auf einzelne Sprachdenker bezogenen Inhalte und Formen des Sprachdenkens gerade in ihrer Perspektivierung, Standortgebundenheit und Ausschnitthaftigkeit authentisch sind und ihr Potential entfalten. Nicht die ehrfurchtsvolle Haltung unkritischer Bewunderung prägt den Duktus der Beiträge, sondern das konstruktive Neu-Befragen von Sprachdenkern, deren Ideen und Konzepte als Manifestationen fremder Denkkraft gegenwärtig und wirkungsmächtig bleiben.

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„Zurückstrahlen aus einer fremden Denkkraft“: Sprachdenken zwischen Kognition und Kultur. Eine Annäherung. Tobias Heinz, Iris Forster und Martin Neef

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„Zurückstrahlen aus einer fremden Denkkraft“: Sprachdenken zwischen Kognition und Kultur Eine Annäherung Tobias Heinz, Iris Forster und Martin Neef „Es liegt aber in dem ursprünglichen Wesen der Sprache ein unabänderlicher Dua- lismus, und die Möglichkeit des Sprechens selbst wird durch Anrede und Erwiede- rung bedingt. Schon das Denken ist wesentlich von Neigung zu gesellschaftlichem Daseyn begleitet, und der Mensch sehnt sich, abgesehen von allen körperlichen und Empfindungsbeziehungen, auch zum Behuf seines blossen Denkens nach einem dem Ich entsprechenden Du, der Begriff scheint ihm erst seine Bestimmtheit und Ge- wissheit durch das Zurückstrahlen aus einer fremden Denkkraft zu erreichen. Es wird erzeugt, indem er sich aus einer fremden Masse des Vorstellens losreisst, und, dem Subject gegenüber, zum Object bildet. Die Objectivität erscheint aber noch vollendeter, wenn die Spaltung nicht in dem Subject allein vorgeht, sondern der Vorstellende den Gedanken wirklich ausser sich erblickt, was nur in einem andren, gleich ihm vorstellenden und denkenden Wesen möglich ist. Zwischen Denkkraft und Denkkraft aber giebt es keine andere Vermittlerin, als die Sprache.“ Wilhelm von Humboldt, Ueber den Dualis (Humboldt 1827: 165) Als der hochgeehrte Wilhelm von Humboldt am 26. April 1827 vor der Berliner Akademie Ueber den Dualis liest, handelt es sich nur vordergründig um eine grammatische Darstellung einer Teilkategorie des Numerus zur Bezeichnung von paarweise auftretenden Elementen; tatsächlich verdichtet der Vortragende hier alle Aspekte, die bis in unsere Gegenwart ins Zentrum rücken, wenn das Verhältnis von Denken und Sprache...

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