Show Less

«Umstürzende Gedanken» - Radikale Theorie im Vorfeld der 1848er Revolution

Series:

Lars Lambrecht

Zu den politischen revolutionären Bewegungen in Europa vor 1848 gehörte zum einem auch die Gärung von «umstürzenden» Ideen gegen überkommene Gedankensysteme. Dabei konnten zum anderen aber auch die Gedanken «umstürzen», «auf der Strecke bleiben». Für beide Aspekte sind beispielsweise die sogenannten Junghegelianer repräsentativ. Aus dem Programm zu ihrer Erforschung werden in diesem Band zwei Felder besonders intensiv behandelt: die politische, insbesondere demokratische Opposition und die sozialen Bewegungen der vormarxschen und marxschen Arbeiter, der Frauen und vorschlagsweise der (intellektuellen) Jugendlichen. Wie immer bei den Forschungen zum Junghegelianismus geht es vor allem um die Diskussion und Veröffentlichung wirklich neuer (neuaufgefundener) Quellen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

„Bruderkampf“ unter Intellektuellen. Das Verhältnis der Hegel’schen Linken zum Jungen Deutschland

Extract

Die Jungdeutschen und die Junghegelianer gehören w ährend der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts zu den prom inentesten, publizistisch aktivsten und daher w irkm ächtigsten Intellektuellengruppen in Deutschland. Die Tatsache, daß ihre V ertreter n icht nur ein und derselben G eneration zuzurechnen sind, sondern auch großenteils übereinstim m ende Ziele verfolgen, läßt eigentlich erwarten, daß seinerzeit eine intensive Zusam m enarbeit stattgefunden und es vielfältige A ustauschprozesse zw ischen beiden Form ationen gegeben hat. D iese V erm u­ tung w ird von den historischen Q uellen jedoch nicht bestätigt. Im Gegenteil: statt K ooperation ist großenteils K onfrontation zu verzeichnen - A nlaß genug, um nach den G ründen für diesen, bereits von Zeitgenossen so um schriebenen, „B ruderkam pf“ 1 unter Intellektuellen im V orm ärz zu fragen und dem V erhältnis zw ischen der H egel’schen Linken und dem Jungen D eutschland nachzugehen. Eine Besonderheit der Beziehung beider ist, daß die später so vehem enten K onflikte n icht von A nfang an bestanden. Sehr deutlich w ird dies, w enn m an die Stellung des H erausgebers der w ichtigsten junghegelianischen Zeitschrift, A r­ nold Ruge, zu H einrich Heine betrachtet, jenem zeitgenössischen Autor, m it dem er sich w ohl am intensivsten beschäftigt und den er zw ischenzeitlich au f das Schärfste attackiert hat.2 Das erste aussagekräftige Zeugnis von Ruges H ei­ ne-R ezeption ist der anonym erschienene A...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.