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Arzt-Patienten-Gespräche als L2-L1-Kommunikation

Eine Diskursanalyse zu Deutsch als Fremd- und Zweitsprache im Beruf

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Almut Schön

In Deutschland arbeiten zunehmend Ärzte aus dem Ausland, die auf Deutsch mit ihren Patienten kommunizieren. In der Studie werden diese Gespräche aus diskurslinguistischer Sicht betrachtet. Im Fokus der Untersuchung stehen dabei ärztliche Anamnesegespräche. Die Gespräche wurden aufgezeichnet, in Gänze transkribiert und mit Bezug auf die Foucaultsche Diskursanalyse und die Forschung zur L1-L2-Kommunikation analysiert. Die Arbeit untersucht die Architektur des Verstehens in diesen Gesprächen und erforscht, wie berufliche Kommunikation verläuft, wenn Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache verwendet wird.

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4. Zur Analysemethode

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4.1. Zur Transkription Die Transkription gesprochener Sprache ist ein wesentlicher Analyseschritt ei- nes jeglichen gesprächslinguistischen Vorhabens. Dabei ist jede Art von Transkription von Anfang an Interpretation, es handelt sich durchweg um die Erzeugung von Tertiärdaten. Die lautlichen Äußerungen, die die Primärdaten bilden, sind aufgrund ihrer Flüchtigkeit nur als Sekundärdaten in Form von Aufnahmen zugänglich. Aus diesen Sekundärdaten sind in einem interpretati- ven Prozess die Transkripte erstellt worden (s. Brinker & Sager 2001: 35 ff.). Hutchby & Wooffitt 2008: 69 verwerfen sogar Transkripte als Daten, um den Fokus der Analyse nicht von der gesprochenen Sprache zu wenden. Transkripte sind vor allem aus zwei Gründen keine Doppelung der Primärdaten: • Jedes aufgezeichnete Gespräch ist beobachtet worden, es gilt immer das Labov’sche Beobachter-Paradoxon (Labov 1971: 135, eine ausführliche Ein- führung in die Problematik gibt Schu 2001), das einen direkten Zugang zur unbeobachteten „Realität“ ausschließt. Auch für das hier analysierte Korpus ist allein schon aus rechtlichen Gründen die Beobachtung und Aufzeichnung für alle Gesprächsteilnehmer deutlich gemacht worden (s. o.), zudem haben an vielen SP-Gesprächen Beobachter aus dem Kurs oder die Forschende selbst teilgenommen. Die Aufnahmegeräte wurden sichtbar in den Räumen platziert. Während jedoch in der gesprächslinguistischen Literatur zur „Ge- wöhnung an die Aufnahmesituation, Unkenntnis des linguistischen Zwecks […] sowie thematische und emotionale Ablenkung im Gespräch“ (Henne & Rehbock 1982: 50) geraten wird und somit doch die Beobachtung von quasi unbeobachteten Gesprächen angestrebt...

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