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Ist das geltende Friedhofs- und Bestattungsrecht noch zeitgemäß?

Das Friedhofs- und Bestattungsrecht im Lichte verfassungsrechtlicher Vorgaben - Unter besonderer Berücksichtigung gewandelter Ansichten in der Bevölkerung sowie integrationspolitischer Herausforderungen

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Florian P. Schrems

Nach einem Todesfall erfolgt in allen Kulturkreisen dieser Welt eine wie auch immer geartete Totenbestattung. In diesem Zusammenhang stellen sich zahlreiche Fragen, wie mit dem Leichnam zu verfahren ist. Infolge der Zuwanderung ergeben sich aufgrund anderer Kulturen neue Konfliktpunkte. Während in anderen europäischen Ländern recht liberale Bestattungsgesetze bestehen, ist in Deutschland das Friedhofs- und Bestattungsrecht noch recht rigide. Vor diesem Hintergrund prüft der Autor, inwieweit dem Verstorbenen noch Grundrechtspositionen zustehen können und inwieweit Grundrechtspositionen der Angehörigen bestehen. Daran anschließend wird geklärt, inwieweit sich daraus eine Notwendigkeit zur Änderung bestehender Vorschriften ergibt. Im Ergebnis sieht der Autor erheblichen Anpassungsbedarf.

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Einleitung

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A. Einführung „Ein Friedhof ist ein gutes Zeichen. Denn wo Tote sind, da ist auch Leben.“1 Nüchterner fasst das Unvermeidliche der Satz zusammen: „Wer nicht stirbt, hat nicht gelebt.“2 Tatsächlich ist dem Leben auch der Tod immanent und damit die Notwendigkeit der Bestattung der Verstorbenen. In manchen Kulturkreisen findet sie oftmals in aller Öffentlichkeit statt, wo sie zum Teil von der Familie des Verstorbenen vorgenommen wird, zum Bei- spiel im indischen Varanasi/Benares3. Der Umgang mit dem Tod spielt hier eine zentrale Rolle im öffentlichen Leben. Doch ist der Tod auch in einer „überal- ternden“ und schrumpfenden Gesellschaft wie der Deutschlands gegenwärtig, in der ein Todesfall sogar erheblich häufiger4 vorkommt als eine Geburt5. Dies spiegelt sich in der öffentlichen Wahrnehmung allerdings nicht wider. Hierzu- lande wird die Bestattung zumeist delegiert, sie findet in der Regel „im engsten 1 Rabbiner Yitzhak Ehrenberg (Mitglied des Vorstands der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland) anlässlich der Eröffnung eines neuen jüdischen Fried- hofs in Bremen im Jahr 2008, zitiert nach: Zimmermann, Felix, Ein guter Ort für Bre- men, http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.1615.html (Stand: zuletzt geprüft am: 08.04.2011). 2 öllke/Sprang, S. 17. 3 Vgl. Cadenbach, Christoph, Touristenpolizei in Varanasi: Die Drei von der Badestelle, http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,609317,00.html (Stand: zuletzt geprüft am: 27.4.2011). 4 Zahl der Todesfälle im Jahr 1950: 748.329, Zahl der Todesfälle im Jahr 2008: 844.439, Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2010, http://www.destatis.de/ jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/SharedContent/Oeffentlich/B3/Publikation/Jahrbuch/ StatistischesJahrbuch,property=file.pdf (Stand: zuletzt geprüft am:...

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