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Bilingualen Unterricht weiterdenken

Programme, Positionen, Perspektiven

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Edited By Bärbel Diehr and Lars Schmelter

Der Bilinguale Unterricht in Deutschland entwickelt sich derzeit zu einem Regelangebot. Bei dieser Entwicklung wird jedoch die sachfachliche Kompetenz in Theorie, Forschung und Praxis noch nicht im wünschenswerten Maße berücksichtigt. In der europäischen Diskussion um Content and Language Integrated Learning interessiert vor allem die fremdsprachliche Kompetenz. Die Rolle der schulischen Erstsprache sowie der Aufbau fachlicher Literalität in zwei Sprachen werden kaum berücksichtigt. Dieser Band bilanziert die Entwicklung des Bilingualen Unterrichts. Er vereint Beiträge aus Forschung, Ausbildung und Schule, die sich aus unterschiedlichen Fachperspektiven mit seinen derzeitigen Herausforderungen befassen. Eine konzeptuelle Klärung und Weiterentwicklung des Bilingualen Unterrichts sowie der darauf bezogenen Lehrerbildung scheinen notwendig. Dazu soll dieses Buch einen Diskussionsbeitrag leisten.

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Jutta Rymarczyk: „,Bilingual‘ ist doch die richtige Bezeichnung!“ – Code-Switching im englischsprachigen Kunstunterricht

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111 Jutta Rymarczyk „,Bilingual‘ ist doch die richtige Bezeichnung!“ – Code- Switching im englischsprachigen Kunstunterricht Um die Jahrtausendwende wurde die Bezeichnung „bilingual“ im Kontext der Begriffe „Bilingualer Sachfachunterricht“ (BSFU) und „Bilingualer Unterricht“ sehr kritisch gesehen und wäre sicherlich sofort ersetzt worden, hätte sich denn auch nur ein einziges passenderes Wort gefunden. In Ermangelung dessen liest man aber bei Schmid-Schönbein und Siegismund: „Dies [das Sprechen von ‚bi- lingualem Unterricht‘, JR] erzeugt beim Laien mehr Verwirrung als Klarheit, weiß dieser doch, dass so mancher Fremdsprachenunterricht ‚zweisprachig‘ verläuft und somit nichts Besonderes ist“ (Schmid-Schönbein & Siegismund 1998: 201). Auch Rymarczyk (2003) kritisiert mangelnde Klarheit, wobei sie das die Verwirrung auslösende Moment allerdings nicht wie Schmid-Schönbein und Siegismund im Modus des Fremdsprachenunterrichts (FU) sieht. Sie deutet statt- dessen auf die psycho- bzw. soziolinguistische Bedeutungsebene des Wortes hin, die durch Definitionen sogenannter „natürlicher Bilingualität“ erläutert wird: Der Begriff ‚Bilingualer Unterricht‘ ist in dem gegebenen Kontext leicht irreführend und impliziert zu hohe Erwartungen. ‚Bilingual‘ bedeutet in diesem Verwendungszusammenhang nämlich nicht, dass zwei Sprachen in gleicher Weise kompetent benutzt werden, sondern beschreibt den pragmatischen Zugriff des fremdsprachlichen Konzepts […] (Rymarczyk 2003: 25). Wie wir heute wissen, ist die scientific community aber trotz aller Kritik an dem Begriff und trotz allem Unbehagen ihn zu verwenden, dem Vorschlag Eike Thürmanns (2000b: 495) gefolgt, der für die Beibehaltung des Begriffes für den Unterricht in speziellen bilingualen Zügen und Bildungsgängen im Gegensatz zu flexibleren Formen plädiert...

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