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Bilingualen Unterricht weiterdenken

Programme, Positionen, Perspektiven

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Edited By Bärbel Diehr and Lars Schmelter

Der Bilinguale Unterricht in Deutschland entwickelt sich derzeit zu einem Regelangebot. Bei dieser Entwicklung wird jedoch die sachfachliche Kompetenz in Theorie, Forschung und Praxis noch nicht im wünschenswerten Maße berücksichtigt. In der europäischen Diskussion um Content and Language Integrated Learning interessiert vor allem die fremdsprachliche Kompetenz. Die Rolle der schulischen Erstsprache sowie der Aufbau fachlicher Literalität in zwei Sprachen werden kaum berücksichtigt. Dieser Band bilanziert die Entwicklung des Bilingualen Unterrichts. Er vereint Beiträge aus Forschung, Ausbildung und Schule, die sich aus unterschiedlichen Fachperspektiven mit seinen derzeitigen Herausforderungen befassen. Eine konzeptuelle Klärung und Weiterentwicklung des Bilingualen Unterrichts sowie der darauf bezogenen Lehrerbildung scheinen notwendig. Dazu soll dieses Buch einen Diskussionsbeitrag leisten.

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Janine Laupenmühlen: Das Bilinguale im Biologieunterricht – Konzeptbildung in zwei Sprachen

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163 Janine Laupenmühlen Das Bilinguale im Biologieunterricht – Konzeptbildung in zwei Sprachen 1. Zum Potenzial der Biologie als bilingualem Unterrichtsfach Den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zufolge wird im mathematisch- naturwissenschaftlichen Bereich am häufigsten die Biologie bilingual praktiziert (KMK 2006: 16f.). Biologiedidaktiker versprechen sich vom bilingualen Biologie- unterricht (BBU) eine Motivationssteigerung bei Lernern mit hoher Fremdspra- chenkompetenz aber geringem naturwissenschaftlichen Interesse (Kattmann 2008: 366). Das Bildungspotenzial vom BBU wird v. a. am Erwerb der Wissenschafts- sprache Englisch und der Qualifikation für Universität und Beruf festgemacht (vgl. Bohn & Doff 2010; KMK 2006; Richter & Zimmermann 2007). Entspre- chend ist die Fremdsprache im BBU meistens Englisch. Über weitere Vorzüge des BBU gegenüber landessprachlichem Biologieunter- richt besteht weniger Einigkeit. So sehen Bohn und Doff bezüglich der Auswirkun- gen auf die Sachfachkompetenz ein Restrisiko (2010: 75f.). Bonnet (2004) stellt für Chemieunterricht, Koch (2005) für eine naturwissenschaftliche Arbeitsgemein- schaft, Badertscher und Bieri für Biologieunterricht in der Schweiz (2009) und Osterhage (2009) für Biologieaufgaben aus dem Naturwissenschaftstest PISA 2003 fest, dass bilinguale Schüler1 keine Nachteile beim Sachfachlernen haben oder etwas besser abschneiden als in der Landessprache unterrichtete Altersgenossen. Es gestaltet sich jedoch als schwierig, diese Ergebnisse auf den bilingualen Unter- richt (BU) zurückzuführen. Noch schwieriger ist es, innerhalb des BU wiederum die Wirkung der Fremd- oder Zweisprachigkeit auf die Sachfachkompetenz zu beurteilen, da über den Spracheneinsatz z. T. wenig Transparenz hergestellt wird. Gajo und Serras Studie (2002), in der zweisprachig unterrichtete Schüler geringfügig weniger...

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