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Entwicklungs- und Menschenrechtsvorstellungen von unten

Eine vergleichende Untersuchung anhand ausgewählter Beispiele indigener Bevölkerung

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Daniel Stosiek

Dieses Buch befasst sich mit den Vorstellungen von Entwicklung, Menschenrechten und einem guten Leben aus der Sicht marginalisierter Gruppen. Im Fokus stehen indigene Völker in Lateinamerika (insbesondere die Mapuche in Chile) und Beduinen bzw. PalästinenserInnen. Der Vergleich dieser sehr unterschiedlichen Gesellschaften, die die europäische Kolonisierung gemeinsam haben, erweist sich als sehr ergiebig. Die Äußerungen in Interviews und Gesprächen bilden den Ausgangspunkt für eine Suche nach einer neuen, dialogischen, ‘postkolonialen’ und daher alternativen Globalisierung, in der die Stimmen und Realitäten der subalternisierten Subjekte nicht mehr ausgelöscht werden.

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9. Orientierungen für den interkulturellen Kontakt

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Einleitung In diesem letzten Teil der Arbeit geht es um weitere Reflexionen zur Erhellung wichtiger Ergebnisse der durchgeführten Interviews, Gespräche und der Teil- nehmenden Beobachtung; und es werden Orientierungen für ein verändertes Denken und Handeln im interkulturellen Kontakt gesucht. Ein erstes Kapitel (9.1.) thematisiert Aspekte der fortschreitenden neokolonialen Praxis; danach (9.2.) wird das dem zugrundeliegende koloniale Denken mit Hilfe von Diskur- sen aus dem Süden diskutiert; dann (9.3.) gilt es, aus denselben Quellen antiko- loniale Alternativen im Denken zu formulieren und schließlich (9.4.) Ansätze anderer Entwicklungen und Praktiken und einer gegenhegemonialen Globalisie- rung aufzuzeigen. 9.1 (Neo)Koloniale Praxis 9.1.1 Ungerechtigkeit in geschichtlicher Dimension Ein wesentlicher Aspekt der Ergebnisse meiner Untersuchungen mit indigenen und anderen marginalisierten Gruppen betrifft ein genaueres Verständnis der Genesis der Armut. Vom Beginn der Kolonialgeschichte an bis in die Gegenwart hinein sind den entsprechenden Völkern zum einen Grundlagen eigenständigen Lebens und eigenständiger Kultur beschädigt und zerstört worden. Das geschah sowohl durch koloniale Praxis (Morde, Vertreibungen vom Land [in vielen Ge- bieten der Erde bis heute], heute unter anderem Einfuhr subventionierter Le- bensmittel aus USA und Europa, usw.), als auch durch koloniales Identitätsden- ken und die damit einhergehenden Abwertungen alternativer Kultur (wie bei- spielsweise in der Missionspraxis). Zum andern sind die indigenen Bevölkerun- gen zugleich in einem großen Maße aus der okzidentalen bzw. hegemonialen Gesamtgesellschaft ausgeschlossen worden. Auch die Exklusion findet bis heute statt. Eine solche Sicht der Genesis der Armut...

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