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«Und Faustens Silhouette in der Ferne»

Beiträge zu Poetik und Linguistik: Deutsch – Russisch

Larissa Naiditsch

Die im Buch versammelten Aufsätze befassen sich mit Themen aus den Bereichen der Sprachwissenschaft, der Stilistik und der Analyse des poetischen Textes. Das sind z.B. der Zusammenhang zwischen Grammatik und Poetik, die Theorie der Übersetzung und die historische Lexikologie. Die Autorin geht Roman Jakobsons Frage nach, was eine verbale Botschaft zu einem Kunstwerk macht. Sie beleuchtet auch wechselseitige Widerspiegelungen zwischen deutscher und russischer Sprache und Literatur, z.B. anhand der Übersetzungen von V.A. Žukovskij, der Einwirkung Ossip Mandelstams auf Paul Celan, der russischen und deutschen Ethno-Adjektive und des Geschicks der russischen Germanistik während des Zweiten Weltkriegs. Die Erforschung der Dialekte und der Geschichte der Russlanddeutschen bildet einen selbständigen Abschnitt.

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Vorwort

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Der vorliegende Band stellt Ergebnisse meiner Forschungsarbeit aus den beiden zurückliegenden Jahrzehnten vor. Einige hier gesammelte Beiträge beruhen auf den von mir früher veröffentlichten Aufsätzen. Sie sind jedoch auf der Basis neuer Erkenntnisse ergänzt oder teilweise überarbeitet worden. Schwerpunkte der Untersuchungen sind einige Themen und Forschungsbereiche, die mir im Laufe meiner Arbeit immer wichtiger geworden sind: Die Zusammenhänge zwi- schen Grammatik und Poetik, die Theorie der Übersetzung, die historische Lexi- kologie und die Geschichte der Germanistik. Bei der Behandlung des erstgenannten Themas stellt sich erneut die einst von Roman Jakobson klar formulierte Frage: Was macht eine verbale Botschaft zu einem Kunstwerk?1 Um das herauszufinden, bedarf es der Textanalyse. Deshalb widmen sich einige Aufsätze dieses Bandes dieser Aufgabe. Ferner versuche ich, charakteristische Merkmale einiger Textsorten und -gattungen anhand konkreter Beispiele zu ermitteln, so die kennzeichnende Eigenart von Zaubersprüchen und von mündlich erzählten Lebensgeschichten. Ein Forschungsfeld, auf dem ich viele Jahre lang gearbeitet habe, sind deutsche Sprachinseln in Russland; einige neue Aspekte dieses Themas kommen in diesem Band zur Sprache. Untersu- chungen zu den Wechselbeziehungen zwischen der russischen und der deutschen Kultur bilden einen weiteren Schwerpunkt des Bandes. Das Thema ist mir be- sonders nahe – ich bin in St. Petersburg aufgewachsen und bin dort zur Germa- nistin ausgebildet worden. Auf das Motiv der wechselseitigen Widerspiegelun- gen dieser beiden Kulturen deutet schon der Titel des Buches hin. Er zitiert ein Gedicht, das Anna Achmatova 1945 geschrieben hat, das jedoch erst posthum,...

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