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«Und Faustens Silhouette in der Ferne»

Beiträge zu Poetik und Linguistik: Deutsch – Russisch

Larissa Naiditsch

Die im Buch versammelten Aufsätze befassen sich mit Themen aus den Bereichen der Sprachwissenschaft, der Stilistik und der Analyse des poetischen Textes. Das sind z.B. der Zusammenhang zwischen Grammatik und Poetik, die Theorie der Übersetzung und die historische Lexikologie. Die Autorin geht Roman Jakobsons Frage nach, was eine verbale Botschaft zu einem Kunstwerk macht. Sie beleuchtet auch wechselseitige Widerspiegelungen zwischen deutscher und russischer Sprache und Literatur, z.B. anhand der Übersetzungen von V.A. Žukovskij, der Einwirkung Ossip Mandelstams auf Paul Celan, der russischen und deutschen Ethno-Adjektive und des Geschicks der russischen Germanistik während des Zweiten Weltkriegs. Die Erforschung der Dialekte und der Geschichte der Russlanddeutschen bildet einen selbständigen Abschnitt.

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Zur historischen Lexikologie der deutschen undder russischen Sprachen

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223 Zur historischen Lexikologie der deutschen und der russischen Sprachen Zur Geschichte der Adjektive licht, hell, klar Dieser Aufsatz wurde zum Jubiläum der Professorin der Universität Sankt Pe- tersburg, Natalija Dmitrievna Svetozarova, vorbereitet und ist dieser hervorra- genden Sprachwissenschaftlerin gewidmet. Die erste, kürzere, Fassung des vor- liegenden Textes wird in der St. Petersburger linguistischen Zeitschrift „Jazyk i rečevaja dejatel’nost’“ (YARD) auf Russisch publiziert. N.D. Svetozarova ist ei- ne bedeutende Vertreterin der Petersburger linguistischen Schule. Ihre For- schungsinteressen schließen experimentelle Phonetik und Phonologie des Deut- schen und des Russischen, allgemeine Sprachwissenschaft und Geschichte der Germanistik ein. In den letzten Jahren gilt ihr Interesse auch der Lexikologie und Lexikographie. I. Einführung Im vorliegenden Beitrag geht es um die semantische Entwicklung der Adjektive, die ein und demselben lexikalischen Feld angehören: hell, klar, licht. In der deut- schen Gegenwartssprache zählen zu den Lexemen, die ihnen gewissermaßen se- mantisch nahe stehen, noch: glänzend, glanzvoll, blank, blinkend, leuchtend, fun- kelnd, strahlend, heiter, rein. Als Antonyme dazu gelten die Adjektive dunkel, finster, düster, dumpf, trübe. Im Entwicklungsprozess der hier zu betrachtenden Lexeme spielen sowohl linguistische, als auch psychologische und kognitive Faktoren mit. Die ersteren kommen in dem Zusammenwirken der Lexeme inner- halb des lexikalischen Feldes zum Vorschein; vgl. die Theorie von Jost Trier366, wobei auch stilistische Verschiebungen beachtet werden sollen. Auch Wortent- lehnung und die Aufnahme eines Lehnwortes in den schon bestehenden Wort- schatz sind damit eng verbunden. Da es sich um die Lexik, die...

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