Show Less

Die Aufklärungspflichten des Arbeitgebers im Arbeitsverhältnis

Series:

Marisa Hopfner

Gegenstand der Arbeit sind die Aufklärungspflichten des Arbeitgebers im Arbeitsverhältnis. Bedarf an einer wissenschaftlichen Untersuchung besteht in mehrfacher Hinsicht: Zum einen fehlt es an einem gesetzlich normierten Tatbestand der spontan entstehenden und damit wenig transparenten Aufklärungspflichten. Zum anderen kristallisieren sich bei Sichtung von Literatur und Rechtsprechung nur vereinzelt systematische und dogmatische Ansätze heraus, so dass derjenige, der einer Aufklärungspflicht unterliegt, dies nur schwer erkennen kann. Insbesondere ist ihm eine antizipierende Prüfung dieser Frage kaum möglich. Inhalt der Arbeit ist daher die Erstellung eines möglichen Aufklärungstatbestandes und dessen Anwendung in den verschiedenen zeitlichen Ebenen eines Arbeitsverhältnisses. Die Autorin leistet mit dieser Arbeit einen Beitrag zur Klarstellung für einen besonders häufig anzutreffenden Lebenssachverhalt im anbahnenden und bestehenden Arbeitsverhältnis sowie bei dessen Beendigung.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Zusammenfassende Thesen und Ausblick

Extract

I. 1. Die neuere Gesetzgebung zeigt, dass die Thematik „Informationsweitergabe“ unter dem Aspekt der wachsenden Transparenz im Verbraucherschutz von aktu- eller Brisanz ist. Es fehlt jedoch in Literatur und Rechtsprechung an einer ein- heitlichen Systematik auf dem Gebiet der spontanen Aufklärungspflichten. Die Kasuistik der Rechtsprechung ist stark am Einzelfall orientiert und enthält nur wenige allgemeine Grundsätze für die Bestimmung einer Aufklärungspflicht. Einig sind sich Rechtsprechung und Schrifttum darin, dass generelle Aufklä- rungspflichten nicht bestehen. Aufklärungspflichten entstehen nur bei Vorliegen besonderer Gründe, die einen Aufklärungsbedarf in der Person des Informati- onsberechtigten rechtfertigen. 2. Eine strukturelle Informations-Überlegenheit des Arbeitgebers, die zu einer generellen Aufklärungspflicht führt, besteht im Arbeitsrecht nicht. Strukturelle Überlegenheit entwickelt ihre Relevanz gegebenenfalls beim Aushandeln von Vertragsbedingungen, jedoch nicht im Zusammenhang mit etwaigen allgemei- nen Fürsorgepflichten des Arbeitgebers. Mangels genereller Aufklärungspflich- ten besteht im Arbeitsrecht Bedarf an der Entwicklung eines Tatbestandes für spontan entstehende Aufklärungspflichten. 3. Erstes Tatbestandsmerkmal eines möglichen Aufklärungstatbestandes ist das Vorliegen eines Informationsgefälles zwischen dem Arbeitgeber als Aufklä- rungsverpflichtetem und dem Arbeitnehmer als Aufklärungsberechtigtem. Aus welchem Grund das Informationsgefälle zwischen den Parteien besteht, ist irre- levant. Ein Informationsgefälle fehlt, wenn Informationen betroffen sind, die dem Arbeitnehmer ohne weiteres zugänglich sind. Hier wird unterstellt, dass sie dem Arbeitnehmer bekannt sind und eine Aufklärung nicht erforderlich ist. Soll- ten beide Parteien keine Kenntnis haben, scheidet ebenfalls eine Aufklärungs- pflicht aus. Informationsbeschaffungspflichten obliegen dem...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.