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Perspektiven mediativer Kompetenzentwicklung

Eine explorative Studie zur retrospektiven Evaluation einer Mediationsausbildung durch interkulturell arbeitende Kräfte aus sozialen und pädagogischen Handlungsfeldern

Doris Klappenbach

Dieses Buch widmet sich der Frage, wie die Ausbildung von Mediation und Mediativer Kommunikation (insbesondere im universitären Kontext) einen wesentlichen Beitrag zur Etablierung von sogenannten Schlüsselkompetenzen leisten kann. Die mit der These «Mediation für interkulturelle Kompetenz» zusammengefassten Untersuchungsergebnisse zur Wirksamkeit einer Mediationsausbildung bestätigen: Die Kompetenzerweiterung zum Umgang mit Diversität als eine klassische Überschneidungssituation liegt im gleichstellungsorientierten Reflektieren und dem allparteilichen Wertschätzen der emotionalen und sozialen Bindung an den jeweiligen kulturellen und personenimmanenten Hintergrund. Mediationsausbildung trägt dazu bei, die Ambiguitätstoleranz zu stärken, Toleranz und Souveränität im Umgang mit schwierigen und in konfliktreichen Situationen zu fördern.

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3 Das Modell der Integrativen Mediationsausbildung mit dem Vermittlungsansatz Mediative Kommunikation

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Nicht nur die vorausgehend erläuterten Interviews, sondern auch Evaluationser- gebnisse und Erkenntnisse aus dem Wirtschaftsbereich weisen darauf hin, dass sich Arbeitsabläufe durch eine positive Arbeitsatmosphäre, Fähigkeiten in Kon- fliktmanagement und gelingende Kommunikationsprozesse effektiver und wirt- schaftlicher gestalten lassen61. Besonders aussagekräftig ist in diesem Zusam- menhang die Dialektik „Macht kann auch durch Machtverzicht gewinnen“ (Heintel/Krainer 2004, S.70). Die Untersuchungen zur Wirkungsweise von Aus- bildungen im Bereich mediativen Konfliktmanagements bestätigen, dass derart qualifizierte Arbeitskräfte zu einer konstruktiven Gesprächs- und Konfliktkultur beitragen. Nicht umsonst bildet dies eine ausgewiesene und in Bewerbungen ge- fragte Schlüsselkompetenz. Auch der Erwerb von im Ausbildungsangebot ent- haltenen Kompetenzelementen wie die Methode der Verhandlung nach dem Harvard-Konzept bieten auf dem Markt durchaus unter Aspekten der Wirt- schaftlichkeit diskutierte und nachgefragte Qualifikationen. In der Konkretisierung des Anwendungsspektrums von Mediativer Kommu- nikation zeigt die Praxis, dass sich Mediative Kommunikation sowohl subjekt- als auch objektorientiert anwenden lässt (vgl. Klappenbach 2006/11, S. 209ff): Aus der Tradition heraus ist das Naheliegende eine Anwendung der Mediativen Kommunikation im zwischenmenschlichen Rahmen: zwischen Einzelpersonen oder/und Gruppen. Die einzelnen Elemente der Mediation werden wie beschrie- ben aus ihrem Rahmen gelöst und situationsbezogen auf Basis einer ‚Mediativen Hintergrundhaltung‘ zusammengestellt. Die Evaluationsergebnisse und Rück- meldungen aus den Teilnehmendengruppen zeigen, dass sich dies auch verhält- nismäßig leicht umsetzen lässt. Dies gilt auch für die intra-personale Anwendung zur Selbstklärung, Zielorientierung, zum konstruktiven Umgang mit eigenen Ge- fühlen, Bedürfnissen, Wünschen und Verhaltensweisen. Eine...

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