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Die Verhinderung der Vollendung beim strafbefreienden Rücktritt

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Sandra Koch-Schlegtendal

Der Gesetzgeber gewährt dem Täter grundsätzlich die Möglichkeit von dem Versuch einer Tat strafbefreiend zurückzutreten. Doch warum kann der Täter überhaupt zurücktreten? Wann kann er tatsächlich (noch) zurücktreten und vor allem, welche Handlungen und/oder Maßnahmen muss er konkret ergreifen, um in den Genuss der Straffreiheit bezüglich der versuchten Tat zu kommen? All diesen Fragen widmet sich dieses Buch. Der Schwerpunkt liegt hierbei insbesondere bei der Problematik, welche Qualität das Rücktrittsverhalten des Täters haben muss, damit ihm das Privileg des strafbefreienden Rücktritts zu Gute kommt. Anhand von Rechtsprechung und Literatur werden die zum Teil sehr konträren Ansichten dargestellt und einer genauen Prüfung unterzogen.

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2. Kapitel: Rechtsprechung und Literatur zu § 24 StGB

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A. Analyse der Rechtsprechung des BGH zu § 24 Abs. 1 S. 1, 2. Alt. StGB Bei der Rechtsprechung des BGH ist auffällig, dass die Urteile überwiegen, welche die reine Kausalität zwischen der Rücktrittshandlung des Täters und der Erfolgsverhinderung für einen strafbefreienden Rücktritt ausreichen lassen. Je- doch gibt es auch einzelne Urteile, welche als „Ausreißer“ aus dieser Rechtspre- chung gesehen werden können. Im Folgenden werden daher zunächst die Urteile des BGH analysiert, welche die reine Kausalität zwischen dem Rücktrittsverhal- ten des Täters und dem Ausbleiben des Taterfolges als ausreichend erachten. Im Anschluss daran werden dann die Urteile dargestellt, welche (zumindest schein- bar) neben der reinen Kausalität noch weitere Anforderungen an das Rücktritts- verhalten des Täters stellen. Diese Reihenfolge wurde gewählt, um zum einen darzustellen, dass der BGH auch bereits vor dem Anfrageverfahren aus dem Jahre 2002 überwiegend die Ansicht vertrat, dass eine rein kausale Rücktritts- handlung für einen strafbefreienden Rücktritt ausreichenden sei, sich zum ande- ren jedoch in einigen Entscheidungen deutlich gegen diese Ansicht entschied. I. Reine Kausalität als ausreichendes Rücktrittsverhalten 1. Analyse der Urteile bei „fremdhändiger“ Erfolgsverhinderung Zunächst werden die Urteile des BGH bezüglich der sogenannten „fremdhändi- gen“ Erfolgsverhinderung untersucht. Dies sind Fälle, in denen der Täter das Opfer nicht selbst rettet, sondern ein Dritter, zum Beispiel ein Arzt, auf Geheiß des Täters die Rettung des Opfers herbeiführt. 80 a) Entscheidungen...

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