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Kinder- und Jugendliteratur in Medienkontexten

Adaption – Hybridisierung – Intermedialität – Konvergenz

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Gina Weinkauff, Ute Dettmar, Thomas Möbius and Ingrid Tomkowiak

TV-Serien, Filme und Computerspieladaptionen gehören ebenso wie Smartphones und Tablet-Computer heute zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Mit der Ausdifferenzierung der Medien wandeln sich kinder- und jugendliterarische Formen und Themen. Texte werden im Verbund produziert und vermarktet und im Medienzusammenhang rezipiert. Die Grenzen zwischen Produktion und Rezeption, aber auch zwischen den Medien werden offener. So werden kinder- und jugendliterarische Stoffe häufig medienübergreifend entwickelt. Nicht zuletzt zeigen sich die Austauschprozesse in vielfältigen intertextuellen Bezügen, in denen die Kinder- und Jugendliteratur auf andere Medien verweist. Die Beiträge des vorliegenden Bandes beleuchten die skizzierten Phänomene mit ihren ökonomischen, ästhetischen, individuellen und didaktischen Aspekten und Konsequenzen. Dabei werden sowohl historische Entwicklungen als auch aktuelle Perspektiven betrachtet.

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Das bildende Bild, das unterhaltende Bild, das bewegte Bild. Zur Codalität und Medialität in der Wissen vermittelnden Kinder- und Jugendliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts (Sebastian Schmideler)

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Das bildende Bild, das unterhaltende Bild, das bewegte Bild. Zur Codalität und Medialität in der Wissen vermittelnden Kinder- und Jugendliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts Sebastian Schmideler Im ersten Buch seiner Lebensbeschreibung Dichtung und Wahrheit schildert Jo- hann Wolfgang von Goethe in einer viel zitierten1 und deshalb berühmten Pas- sage die ersten und prägenden Lektüreeindrücke seiner großbürgerlichen Frank- furter Kindheit in den fünfziger Jahren des 18. Jahrhunderts wie folgt: Man hatte zu der Zeit noch keine Bibliotheken für Kinder veranstaltet. Die Alten hatten selbst noch kindliche Gesinnungen, und fanden es bequem, ihre eigene Bil- dung der Nachkommenschaft mitzutheilen. Außer dem Orbis pictus des Amos Co- menius kam uns kein Buch dieser Art in die Hände; aber die große Foliobibel, mit Kupfern von Merian, ward häufig von uns durchblättert; Gottfrieds Chronik, mit Kupfern desselben Meisters, belehrte uns von den merkwürdigsten Fällen der Welt- geschichte; die Acerra philologica2 that noch allerlei Fabeln, Mythologien und Selt- samkeiten hinzu; und da ich gar bald die Ovidschen Verwandlungen gewahr wurde, und besonders die ersten Bücher fleißig studirte: so war mein junges Gehirn schnell genug mit einer Masse von Bildern und Begebenheiten, von bedeutenden und wun- derbaren Gestalten und Ereignissen angefüllt, und ich konnte niemals lange Weile haben, indem ich mich immerfort beschäftigte, diesen Erwerb zu verarbeiten, zu wiederholen, wieder hervorzubringen. (Goethe [1811] 2000, S. 35) Wie es scheint, verfolgte die von dem kleinen Goethe...

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