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Franz von Spaun (1753-1826)

Ein österreichischer Jakobiner in Bayern

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Verena Spinnler

Franz von Spaun (1753-1826) war Josephiner, Jakobiner, Liberaler – je nachdem, welchen Abschnitt seines Lebens man betrachtet. Erfolgreich eine klassische Beamtenkarriere begonnen, verlor er seine Stellung in Vorderösterreich aber auf Grund dienstlicher Verfehlungen. Zurück in Wien, radikalisierte er sich in revolutionären Kreisen und wurde 1792 in Arrest genommen. Erst 1801 begnadigte ihn der Kaiser und er konnte nach Bayern ausreisen. Dort lebte er von einer Pension des Königs. Spaun publizierte zahlreiche Schriften, die den wichtigsten Themen seiner Zeit galten. Ziel der Darstellung ist sowohl die Rekonstruktion der Biographie Spauns wie auch die systematische Untersuchung seiner Schriften. So kann eine Bewertung seiner politischen Überzeugungen und ein Beitrag zu den Anfängen der politischen Bewegungen geleistet, aber auch unser Verständnis öffentlicher Meinung im Vormärz vertieft werden.

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2 Zur Biographie

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Die Stadt Wien, die größte in Deutschland, die schon vorher so wichtig und merkwürdig war, wird jetzt noch merkwürdiger, durch den Geist des wohltätigen Monarchen, der seine Unterthanen aus dem Schlummer, in welchem sie bisher gelegen hatten, zu erwecken sucht, und Verbesserungen von aller Art veranlaßt.63 2.1 Wien Am 31. Juli 1752 führte der an den Naturwissenschaften ebenso wie an Botanik und Zoologie interessierte Kaiser Franz Stephan erstmals Gäste in die nach den Plänen des lothringischen Architekten Jean Nicholas Jadot de Ville-Issey beinahe fertiggestellte Menagerie der neuen, ländlich gelegenen Sommerresidenz Schloss Schönbrunn. Dort befanden sich nach etwa einjähriger Bauzeit dreizehn Tiergehe- ge, die um einen Gartenpavillon gruppiert waren, in dem das Kaiserpaar bisweilen sein Frühstück einnahm. Zusätzlich zu den Gehegen entstanden ein Gartenbereich und ein Teich; jene beherbergten zunächst allerdings wenig exotische Tiere. Bis zur Jahrhundertwende sollte sich dies ändern und die Gehege mit ersten Raubtie- ren, Elefanten und Kängurus wurden zunehmend zum beliebten Ausflugsziel für das Volk, das etwa dreißig Jahre nach Öffnung des Tierparks Zutritt zu diesem Teil des kaiserlichen Gartens erhielt. Die Besucher konnten „da manches Merkwürdige, besonders aber einen schönen weissen Bären, Fasanen (sic!), Pelikane, und eine ganz vorzügliche Sammlung der kaiserlichen und scepterhaltenden Vögel“64 be- wundern. Der Ausbau Schönbrunns, ein Geschenk Karls VI. an seine Tochter und Gattin Franz Stephans Maria Theresia, zu einer repräsentativen Residenz für die...

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