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Intertextualität in der lusophonen Literatur

Ein Blick auf Fernando Pessoa und Clarice Lispector

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Claudia Piechocki

Der portugiesische Autor Fernando Pessoa und die brasilianische Autorin Clarice Lispector prägen die literarische Moderne. Die Untersuchung der von ihnen gewählten Sujets lässt viele Parallelen erkennen. Pessoa wie Lispector erheben die Seelenvielfalt, den Ich-Zerfall und die Entpersönlichung zu den Themen ihrer Lyrik bzw. Prosa. Vor allem Lispectors Erstlingsroman, Nahe dem wilden Herzen, weist diese Charakteristika auf. Aus einer intertextuellen Analyse von Lispectors Roman und Pessoas drei wichtigsten Heteronymen, Alberto Caeiro, Ricardo Reis und Álvaro de Campos, resultieren zwei Gemeinsamkeiten: Das Dreieck, das als intertextuelles Muster auftritt, und architextuelle Referenzen im Sinne Gérard Genettes.

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7. Schlussbetrachtung

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Aus der Positionierung von Clarice Lispectors Œuvre in der brasilianischen Moderne und der Darlegung differenter Diskurse, in das es indessen miteinbezogen wurde, konnten mehrere Erkenntnisse gewonnen werden: Zum ersten veranschaulicht das Interesse seitens der Leserschaft und der Kritiker/-innen, wel- ches mit der Publikation von Lispectors Perto do Coração Selvagem eingeleitet und in der zweiten Rezeptionsphase verstärkt wurde, die Einzigartigkeit ihres Stils und ihrer Topoi. Dennoch ist es ironischerweise die Skepsis gegenüber ihrer fremdartig anmutenden und unbe- fangenen Sprache sowie ihrer narratologisch-diskursiven Konzepte – mit der Lispector ebenso konfrontiert wurde –, die die Intention dieser Arbeit im Endeffekt treffender formuliert. Schließlich ist es die Alienation, die sich phasenweise in den Introspektionen der Protagonis- tinnen und Protagonisten, aber auch in der Erzählinstanz manifestiert, die sich als zentrales Element dieser Arbeit herauskristallisiert hat. Sich an die Fremdheit als Bestimmung – das wesentliche Thema Lispectors – anhand der Intertextualität anzunähern, wurde bis zum heuti- gen Stand der Dinge jedoch in nur sehr bedingter Weise versucht. Dabei stellt der intertex- tuelle Ansatz – sei es im Sinne der Polyfonie Michail Bachtins, Julia Kristevas Konzept der Absorption und Transformation oder Gérard Genettes Systematisierung von möglichen Refe- renzstufen – eine Möglichkeit dar, die narrativen Bausteine zu segmentieren, um divergente Motive und Stile, hier aber vor allem die Mehrstimmigkeit und Fremdheit, feststellen zu kön- nen. Dies kann auch in einem möglichen weiteren Schritt auch auf Lispectors ,fremde‘ Kör- perlichkeit und Ideen bezogen werden. Des Weiteren konzentrieren sich die einzelnen Studien überwiegend...

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