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Von «Die Tartarn in Ungarn» bis zu «Moderne Helden»

Ungarisch-deutsche Dramenübersetzungen in der Habsburgermonarchie und ihre Ungarnbilder

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Zita Veit

In der deutschsprachigen Literatur bildete sich Anfang des 19. Jahrhunderts ein romantisches Ungarnbild heraus, das mit der Trias Liebe, Wein und Freiheit beschrieben werden kann. Inwieweit diese Wahrnehmungs- und Repräsentationsschemata in den ungarisch-deutschen Dramenübersetzungen der Habsburgermonarchie unterstützt bzw. mitkonstruiert wurden, zeigt die Analyse der Peritexte dieser Übersetzungen. Auch das Korpus der publizierten ungarisch-deutschen Dramenübersetzungen des 19. Jahrhunderts wird erarbeitet, wobei die Übersetzer und Übersetzerinnen sowie ihr Umfeld ebenso erforscht werden. Diese Forschungsarbeit zeigt die Wurzeln einer noch immer aktuellen Wahrnehmung Ungarns auf und untersucht die Rolle der Übersetzungen in asymmetrischen Machtverhältnissen zwischen Kulturen.

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5. Die Wiener Sprechtheater und ihr ungarisches Repertoire

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Nach einem generellen Überblick des ungarischen Repertoires in Wien wird auf die Aufführungsorte näher eingegangen. Begonnen wird mit dem traditions- reichsten Wiener Theater, dem Burgtheater, anschließend werden die alten und neuen Privattheater behandelt. Ebenso wird untersucht, ob ein Bezug der Direk- tion des jeweiligen Theaters zu Ungarn besteht. In der vorliegenden Untersuchung können nur jene Stücke einbezogen wer- den, die als Übersetzung und/oder Bearbeitung ausgewiesen wurden. Nicht be- rücksichtigt wurden jene Stücke nicht ungarischen Ursprungs, die in der Präsen- tation ungarischer Kultur ungarische Themen und ungarische Figuren beinhal- ten. 5.1 Aufführungen von ins Deutsche übersetzten ungarischen Theaterstücken in Wien Im Unterschied zu anderen literarischen Gattungen erfolgt die Verwirklichung der Dramen in der Regel in der Aufführung im Theater. Damit müssen bei der Analyse zwei unterschiedliche Gegebenheiten berücksichtigt werden: „einerseits de[r] in schriftlicher Form vorliegende Text (das DRAMA) als Gegenstand lite- rarischer Betrachtung, andererseits die Bühnenrealisierung dieses Textes (das THEATERSTÜCK)“ (Platz-Waury 1994:13, Hervorhebungen im Original). Es bedarf jedoch einer Ergänzung, denn „es gab immer wieder Perioden, in denen sie als Lesestücke aufgefaßt wurden“ (ibid.). Die nicht aufgeführten Dramen bilden auch einen Teil der kulturellen Produktion26 und sind daher wie das ge- samte Umfeld des Theaters sowie seine Institutionen in die Untersuchung einzu- beziehen. Die vorliegende Untersuchung beschränkt sich dabei auf deutschspra- chige Sprechtheaterstücke. Die Sprechtheater und das literarische Leben von Wien und Budapest bilden die Gegenstände mehrerer...

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