Show Less

Die Rumänische Unierte Kirche am Ersten Vatikanischen Konzil

Series:

Nicolae Bocsan and Ion Carja

Dieses Buch macht die Haltung und Sichtweise der Kirchenfürsten der Rumänischen Unierten Kirche beim Ersten Vatikanischen Konzil 1869/70 deutlich. Auch werden die Probleme deutlich gemacht, die in jener Zeit zwischen der Kirchenpolitik Siebenbürgens und der katholischen Universalkirche herrschten. Die Studie beruht auf neu entdeckten Archivquellen und ist eine gekürzte Version der rumänischsprachigen Ausgabe aus dem Jahr 2003. Sie stellt nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Ökumene dar, sondern auch zur Geschichte der politischen Mentalitätsgeschichte im östlichen Mitteleuropa im 19. Jahrhundert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1. Die Rumänische Griechisch-Katholische Kirche in der Zeit vor dem Ersten Vatikanischen Konzil

Extract

Auf die Gründung der rumänischen griechisch-katholischen Provinz im Jahre 1853 folgte eine Reihe von organisatorischen, disziplinären, kano- nischen, konstitutionellen, verwaltungsmäßigen und juridischen Prob- lemen.1 Ohne über den Ritus, die Disziplin und die Organisation der Rumänischen Kirche informiert zu sein, überließ der Vatikan der Rumä- nischen Bischofskonferenz die Organisation der neuen rumänischen Kir- chenprovinz und dem Hause Habsburg die Ernennung der Bischöfe. Die private Kongregation verlieh dem Primas Erzbischof von Ungarn den Titel eines apostolischen Delegierten für die neue Provinz mit dem Auf- trag, eine pastorale und väterliche Überwachung auszuüben. Im Bericht vom 25. September 1853 wies der Nuntius den Anspruch des ungarischen Primas, Appellationsinstanz für die rumänische Metropolie zu werden, ab. Er betrachtete zwar die Beziehungen zwischen den beiden Diözesen als angebracht, hegte aber Zweifel bezüglich der ‚Überwachung’, die, wie er suggerierte, der Person und nicht der Institution anvertraut werden solle, damit die apostolische Delegation den rumänischen Bischöfen kein Mistrauen einflöße.2 Im Herbst 1855 reichte der Primas Scitowsky in Rom eine Denkschrift bezüglich der Rechte und Privilegien des Erzbi- schofs von Esztergom ein. Der Nuntius von Wien jedoch verlangte vom hl. Stuhl, die Entscheidung über die Appellation der rumänischen Metro- polie in Esztergom bis nach seiner Rückkehr aus Siebenbürgen und der Konsultierung des Metropoliten von Blaj aufzuschieben.3 Die neue Kirchenprovinz hatte jedoch unterschiedliche Traditionen, Gewohnheitsrechte und kanonische Rechtsnormen. Sie vereinte Gebiete, die verschiedenen politischen Autoritäten unterstellt waren...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.