Show Less

Die Arbeitsgerichtsbarkeit in England

Series:

Janina Morgenweck

Die Arbeitsgerichtsbarkeit führt in England ein stiefmütterliches Dasein. Sie steht zum einen im Schatten der Zivilgerichtsbarkeit und wird zum anderen nahezu ausschließlich durch Gesetze geregelt, was im Rechtssystem des Common Law fremd und ungewohnt ist. Dieses Buch analysiert die Arbeitsgerichtsbarkeit in England und gibt Ausblicke auf entsprechende Regelungen im deutschen Recht. Im Vordergrund steht die Abhandlung der Zuständigkeit, des Verfahrens und der Besonderheiten der Employment Tribunals und des Employment Appeal Tribunal als rein arbeitsrechtliche Instanzen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Zusammenfassung

Extract

Die Rolle der Employment Tribunals hat sich in den letzten fünfzig Jahren sehr verändert. Geschaffen in einer Zeit, in der Arbeitsverhältnisse in einen rechtsleeren Raum fielen und Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht von Gerichten entschieden wur- den, sind sie nun Mittelpunkt eines jeden arbeitsrechtlichen Streits. Während sie anfangs nur dem Schutz des Arbeitgebers bei Abgabenstreitigkeiten dienten, garantieren sie heute den Schutz der Arbeitnehmerrechte. Bedeutsam und dem deutschen Recht fremd ist nach wie vor die Institution der englischen Arbeitsgerichte als tribunals. Tribunals sind trotz ihrer Gerichtsähnlichkeit keine courts im engeren Sinne. Dies zeigt schon die räumliche Ausstattung der Employment Tribunals: sie ist schlicht und einfach gehalten. Die Richter tragen keine Perücke und keine Roben, die sogar die deutschen Arbeitsrichter tragen. Hauptunterschied zu einem court ist vor allem die feh- lende Vollstreckbarkeit der Entscheidungen eines Employment Tribunal und die Notwendig- keit der Schaffung eines Vollstreckungstitels bei einem county court, einem court im engeren Sinne. Ansonsten hat die Entscheidungsfindung als tribunal für den Rechtsschutz des Einzel- nen aber nur Vorteile: Employment Tribunals entscheiden in informellem Gewand schnell, einfach zugänglich und nahezu kostenfrei. Durch einen nur eingeschränkt gültigen Beibrin- gungsgrundsatz kann sich jede Partei auf Mithilfe des Richters verlassen. Größter Vorteil für die Parteien wie auch für den Employment Judge ist die Besetzung der Richterbank: Employ- ment Tribunals entscheiden im Regelfall als Kollegium mit einem rechtlich vorgebildeten Employment Judge und zwei lay members. Die Erfahrungen der lay members aus...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.