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Die personenkonstituierenden Motive im Gesamtwerk von Siegfried Lenz

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Melanie Keutken

«Man kann gehen, wohin man will, man kommt nie als der zurück, der man einmal war.» Das vorangestellte Zitat aus dem 1990 veröffentlichten Roman Die Klangprobe von Siegfried Lenz weist bereits indirekt auf das Thema der Untersuchung hin: Im Vordergrund der Arbeit stehen die Handlungen des fiktiven Personals, sowie die äußeren und inneren Umstände, welche Veränderung evozieren bzw. Handlungen bedingen. Anhand der personenkonstituierenden Motive soll dargestellt werden, auf welche Weise Lenz sein «Personal» im Gesamtwerk handeln und entscheiden lässt. Um einen besseren Überblick zu gewährleisten, wird das Lenzsche Œuvre nach Gattungen getrennt und innerhalb dieser chronologisch bearbeitet.

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3.) Die Romane

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In dem Zeitraum von beinahe 60 Jahren produziert Siegfried Lenz 14 Romane, die eine Vielzahl von Sujets bearbeiten und von Medien und Kritikern unter- schiedlich rezensiert werden. Durch die Fülle der literaturwissenschaftlichen Forschungen in Bezug auf die Romane ,Deutschstunde‘ (1968), ,Heimatmuseum‘ (1978) und ,Exerzierplatz‘ (1985) geraten weniger bekannte Werke des Autors in den Hintergrund. Das vorliegende Kapitel wird jedem Roman den gleichen Raum für die Analyse der personenkonstituierenden Motive gewähren, so dass eine lückenlose Übersicht entstehen kann. Außerdem soll diese Vorgehensweise intertextuelle Bezüge innerhalb des Œuvres sichtbar machen und Motiventwick- lungen markieren. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei der Entwicklung des für Lenz typisch werdenden Duktus. 3.1. Naturschauspiel Es waren Habichte in der Luft [1951] Im Jahr 1951 erscheint der erste Roman von Siegfried Lenz im Hoffmann und Campe Verlag mit dem Titel ,Es waren Habichte in der Luft‘. Inhaltlich befasst sich Lenz mit dem Themenkomplex Flucht und Verfolgung und lässt die Hand- lung im russisch besetzten Finnland des Ersten Weltkriegs stattfinden. Die heimatliche masurische Landschaft „verlegt“53 Lenz verfremdet in die Wälder Finnlands. Im Verlauf von 10 Kapiteln erzählt er die Geschichte des russischen Lehrers Stenka, der sich auf der Flucht vor der Volksmiliz befindet und unerkannt kurzzeitig Unterschlupf bei einem Blumenhändler finden kann. Dort trifft er auf seinen ehemaligen Schüler Erkki, der ihn nicht an die Regierung verrät, obwohl er ihn enttarnt hat. Lenz positioniert das Fluchtmoment in das fünfte Kapitel des Romans, das dadurch...

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