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Die personenkonstituierenden Motive im Gesamtwerk von Siegfried Lenz

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Melanie Keutken

«Man kann gehen, wohin man will, man kommt nie als der zurück, der man einmal war.» Das vorangestellte Zitat aus dem 1990 veröffentlichten Roman Die Klangprobe von Siegfried Lenz weist bereits indirekt auf das Thema der Untersuchung hin: Im Vordergrund der Arbeit stehen die Handlungen des fiktiven Personals, sowie die äußeren und inneren Umstände, welche Veränderung evozieren bzw. Handlungen bedingen. Anhand der personenkonstituierenden Motive soll dargestellt werden, auf welche Weise Lenz sein «Personal» im Gesamtwerk handeln und entscheiden lässt. Um einen besseren Überblick zu gewährleisten, wird das Lenzsche Œuvre nach Gattungen getrennt und innerhalb dieser chronologisch bearbeitet.

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4.) Die Erzählungen

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Die Masse der Erzählungen verlangt ein neues Konzept im Hinblick auf die Ana- lyse der personenkonstituierenden Motive, welches im Unterschied zu der Struk- tur des ,Roman-Kapitels‘ steht. Im Gegensatz zu den Romanen ist es nicht praktikabel, jede einzelne Erzäh- lung einer gesonderten Analyse zu unterziehen: Daher werden die Erzählungen in 15 zeitliche Abschnitte unterteilt, die sich wiederum an der Chronologie der Romane orientieren. Für die praktische Umsetzung bedeutet es, dass beispiels- weise alle bis 1951 verfassten Texte eine strukturelle Einheit bilden. Somit ist ein direkter Vergleich der bis 1951 verwendeten Motive innerhalb der Erzählungen mit den im ersten Roman ,Es waren Habichte in der Luft‘ eingesetzten Moti- ven möglich. Da viele der Erzählungen die Grundlage für spätere Romaninhalte bilden, wird ein besonderes Augenmerk auf Motivgleichheiten, bzw. –unter- schiede gelegt. Die in den Jahren 2008 und 2009 erschienenen Erzählungen ,Schweigeminute‘ und ,Landesbühne‘ werden separat betrachtet, da es kein Roman-Pendant zu diesen gibt. Folglich nähert sich die Analyse dieser beiden Erzählungen wieder der Vorgehensweise in Bezug auf die Romane 4.1. 1948–1951 Der erste Abschnitt umfasst die zeitliche Dimension der Jahre 1948–1951 und beinhaltet insgesamt 20 Erzählungen. Der junge Lenz versucht sich zunächst an Erzählungen mit humoristischem Inhalt, denen er ausdrücklich eine Pointe bei- misst (,Pointe auf Kreppsohlen‘ 1949). Die fiktiven Personen sind zu Anfang aus- tauschbar und charakterlos329, wenngleich Themen wie zwischenmenschliches Versagen oder Konflikte aufgegriffen werden. Bereits in dieser Phase der lenz-...

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