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Propaganda oder Verständigung?

Instrumente französischer Kulturpolitik in Südbaden 1945-1949

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Daniela Högerle

Die unmittelbaren Nachkriegsjahre sind in der französischen Besatzungszone von einer außergewöhnlichen Blüte des kulturellen Lebens gekennzeichnet. Von Theater- und Kinovorstellungen über Konzerte und Ausstellungen wurde der Bevölkerung eine Vielzahl an Veranstaltungen geboten. Verlage, Volkshochschulen, Centres de Documentation und Instituts Français wurden gegründet und leisteten einerseits einen Beitrag zur Demokratisierung und Umerziehung der Deutschen, andererseits dienten sie dem deutsch-französischen Austausch und der Verbreitung der französischen Kultur. Ein besonders wichtiger Aspekt französischer Kulturpolitik war die Steigerung des französischen Prestiges. Kultur wurde sowohl als Propagandainstrument als auch als Mittel der Verständigung eingesetzt. Vor dem Hintergrund der Intention der französischen Kulturpolitik steht deren Realisierung im Mittelpunkt der Arbeit. Am Beispiel der Stadt Freiburg im Breisgau wird der Fragestellung nach der Umsetzung der Kulturpolitik und der Resonanz auf die vielfältigen kulturellen Aktivitäten nachgegangen.

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6. Volkshochschulen im Kontext der französischen Kulturpolitik

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6.1. Einflüsse der französischen „culture populaire“ Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs knüpften die alliierten Besatzer beim Aufbau des Volkshochschulwesens an die Tradition der Volkshochschulen in Deutschland von vor 1933 an.688 Dabei orientierte man sich wie zu Beginn der Zwanziger-Jahre einerseits an den unmittelbaren Bedürfnissen, andererseits er- folgte eine „theoretische Auseinandersetzung über das Aufgaben- und Zielver- ständnis, die dem breiten Bedürfnis nach politischer und kultureller Neubesin- nung entsprach.“689 688 AOFAA, 265/1b: La renaissance de la Culture Populaire et son évolution de 1945 à 1949, ohne Datum und Verfasser: „Le mouvement de Culture Populaire, profitant du climat libéral et démocratique de la République de Weimar et de l’ardeur des recher- ches et expériences pédagogiques favorisées par les Pouvoirs Publique, avait connu son apogée entre 1918 et 1933.“ 689 Dikau, Joachim: Institutionalgeschichte der Erwachsenenbildung, in: Pöggeler, Hans (Hrsg.): Handbuch der Erwachsenenbildung. Geschichte der Erwachsenenbildung, Bd. 4, Stuttgart 1975. S.123. - Olbrich, Josef: Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland, Bonn 2001: Die Geschichte der deutschen Erwachsenenbildung geht bis in das 18./19. Jahrhundert zurück. Während die Zeit zwischen 1800 und 1870 von der beruflichen Fortbildung über die politische Arbeiterbildung, bis zur allgemeinen Er- wachsenenbildung geprägt ist, wird ab 1871 das liberale Bürgertum Träger der Volks- bildung. Diese Epoche, die von der bürgerlichen Erwachsenenbildung und der mit der Arbeiterbewegung verbundenen Arbeiterbildung umfasst wird, findet eine mit Beginn des Ersten Weltkrieges eine Zäsur. „Die bürgerlich-liberale...

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