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«Did you acknowledge my last transmission?»

Sprechfunkverkehr in der Luftfahrt- Audioverbale Interaktion zwischen Flugsicherung und Crew

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Martina Sahliger

Diese Forschungsarbeit beschreibt die Alltagskommunikation zwischen Flugsicherung und Luftfahrzeugbesatzungen. Um einen Überblick über die Abweichungen von den von der ICAO vorgeschriebenen Phraseologien zu gewinnen, wurden insgesamt sieben Stunden Sprechfunkverkehr von zwei internationalen Flughäfen (New York JFK und Amsterdam Schiphol) aufgezeichnet und transkribiert. Anschließend wurden die Transkripte hinsichtlich der Abweichungsarten und deren Häufung analysiert. Auf der Basis soziolinguistischer Theorien erfolgte eine Thesenerstellung hinsichtlich deren Ursache. Die Auswertung der Daten deutet daraufhin, dass Lotsen wie Piloten gewohnheitsmäßig von den vorgeschriebenen Phraseologien abweichen. Obwohl Höflichkeitsfloskeln von der ICAO abgelehnt werden, sind Grüße trotzdem in jedem Sprecherwechsel zu verzeichnen. Diese stören jedoch den Ablauf der Interaktion nicht, sie erleichtern im Gegenteil die interkulturelle Kommunikation. Andere Abweichungen jedoch, wie beispielsweise das Weglassen von Maßeinheiten, können dagegen zu schwerwiegenden Missverständnissen führen. Es scheint außerdem so zu sein, dass die Sprechweise des einen Kommunikationspartners die des anderen maßgeblich beeinflusst. In der Arbeit wurden die Ursachen für die identifizierten Abweichungen herausgearbeitet, und es wurde der Frage nachgegangen, auf welche Weise das Risiko, welches damit zusammenhängt, zukünftig vermindert werden kann.

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Am Morgen des ersten Weihnachtstages im Jahr 2006 begann etwas, was mein bisheriges Leben von Grund auf verändern sollte. Mithilfe des Flugsimulators kam ich in Kontakt mit der Welt der Luftfahrt. Was lediglich als ein Spiel be- gann, wurde bald zu einer echten Obsession. Dabei waren es zunächst weniger die Flugzeuge und das Fliegen selbst, welche eine steigende Faszination auf mich ausübten, es war vielmehr die besondere Form der Fachsprache, die meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Bald genügte mir die Simulation der Fachsprache nicht mehr, ich machte mich daran, den „echten“ Sprechfunkverkehr zu entdecken. Ich stieß auf die Sei- te „liveatc.net“, die damals noch in ihren Anfängen steckte. Aber schon damals waren Luftfahrtbegeisterte dazu bereit, den Sprechfunkverkehr verschiedener Flugsicherungorganisationen rund um den Globus aufzuzeichnen und ins Inter- net einzuspeisen, damit Interessierte aus aller Welt quasi „live“ mithören konn- ten, was sich zwischen Fluglotsen und Crews alles abspielte. Zunächst verstand ich nicht viel, obwohl ich mir eigentlich einbildete, der englischen Sprache einigermaßen mächtig zu sein. Im Laufe der Zeit erkannte ich schließlich ein gewisses Muster, eine Regelmäßigkeit im Sprechfluss: be- stimmte Zahlenreihungen, bestimmte Satzmuster, ohne dass ich zu diesem Zeit- punkt allerdings genaue Auskunft darüber hätte geben können, was exakt ge- meint war. In den nun folgenden Monaten las ich alles, was ich zum Thema „Luftfahrt“, „Flugsicherung“ und „Phraseologien“ in die Finger bekommen konnte, um endlich Aufschluss über die Reihenfolge und die Zusammensetzung des Gehörten...

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