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Der deutsche Beitrag zur Modernisierung der chinesischen Dichtung

Feng Zhis "Die Sonette</I>

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Ying Cai

Das moderne chinesische Gedicht seit 1917 entwickelte sich besonders schnell in der Begegnung der westlichen poetischen Ideen und der traditionellen chinesischen poetischen Ideen. Als Beispiel zeigt Feng Zhis Die Sonette anschaulich, wie die vom Tang- und Song-Gedicht repräsentierte chinesische poetische Tradition und die von der Dichtung Novalis’ und Rilkes repräsentierten Eigenschaften des deutschen Gedichts sich vereinigen. In dieser Arbeit werden die Aufnahme der westlichen Gedichtform des Sonetts, die Vereinigung der deutschen und chinesischen poetischen Themen und die Aufnahme der deutschen poetischen Bilder und Worte in Die Sonette ausführlich analysiert. Der Schwerpunkt der Analyse besteht darin, dass der übereinstimmende Punkt des ästhetischen Geschmacks die Voraussetzung für die Übertragung und Integration der deutschen Kultur in die chinesische Kultur ist.

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6 Schluss: Wer gilt in China als typischer Vertreter der literarischen Moderne des Westens?

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Diese Frage ist durch die Übertragung und Aufnahme der Werke von Novalis und Rilke und deren Einfluss auf Feng Zhi zu beantworten. Feng Zhi war in seiner Jugend, bzw. in den 1920er Jahren, von der deut- schen Romantik geradezu besessen gewesen. Er übersetzte begeistert die Ge- dichte von Heine, Hölderlin, Nikolaus Lenau und die erzählenden Dichtungen von Kleist, E. T. A. Hoffmann, Novalis, Tieck, Brentano, Arnim und Fouqué und stellte diese in China vor.448 Feng Zhis damalige Begeisterung für die Romantik war sowohl mit seiner ästhetischen Fähigkeit, die von seinem Alter und Bil- dungshintergrund entschieden wurde, als auch mit der sozialen Politik verbun- den. Die 1920er Jahre sind eine besondere Periode Chinas aufgrund des ständi- gen inneren Krieges, der komplizierten und unklaren politischen Situation und der Verfolgung der fortschrittlichen Menschen. Feng Zhi hat sich an diese Zeit wie folgt erinnert: Während meiner Jugend war China in der späten Periode der 4.-Mai-Bewegung. Un- ter dem Einfluss der neuen Ideen und der neuen Kultur emanzipierten sich meine Gedanken und mein Gefühl von der alten Gesellschaft. Jedoch konnte ich danach keine richtige Richtung finden und war ein bisschen melancholisch. Deswegen be- vorzugte ich sowohl die unruhigen Gedichte der späten Tang-Dynastie und der Wu- dai-Periode als auch die Werke der westlichen Romantik.449 Damals waren die melancholischen literarischen Werke von Guo Moruo und Yu Dafu, bzw. der chinesischen Frühromantik, welche die inneren Emotionen mutig darstellten und den Konflikt zwischen Seele und Körper entdeckten, begeistert...

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