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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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8. Glauben und Verstehen. Rudolf Bultmann (1884 –1976)

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8. Glauben und Verstehen Rudolf Bultmann (1884 –1976) Es gibt wenige Theologen des vergangenen Jahrhunderts, an denen sich die Geister – sowohl auf katholischer als auch auf evangelischer Seite – so schieden, wie an Bultmann und seinem Programm der Entmytholo- gisierung. Den einen galt er als ein genialer Exeget, der in souveräner Handhabung der historisch-kritischen Methode die „Tatsachen“ der Je- susgeschichte nüchtern herausarbeitete und einen existenzialen Zugang zur biblischen Botschaft forderte, der jenseits des historisch festzuhal- tenden Tatbestandes lag, den anderen galt seine Theologie als destruk- tiv, weil sie den mit Abstand größten Teil des Traditionsstroms ins Reich der Mythen und Fabeln verwies. Tatsächlich gebührt Bultmann das Ver- dienst, mit seinem klar umschriebenen und konsequent durchgeführten Programm einen theologischen Diskurs eröffnet zu haben, der sich den offenen Fragestellungen der historischen Forschung ebenso stellt, wie dem Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens. Einige biografische Hinweise: Rudolf Bultmann wurde am 20. August 1884 als erstes von vier Kindern der Eheleute Arthur Kennedy und He- lene Bultmann in Wiefelstede bei Oldenburg geboren. Bultmanns Vater war Pfarrer der evangelischen Kirche. Er stand der liberalen Theologie nahe und wurde in späteren Jahren Kirchenrat in Oldenburg. Bultmanns Mutter stammte aus Baden und war von der dortigen pietistischen Frömmigkeit geprägt. Man kann in dieser, im Elternhaus angelegten Spannung der Frömmigkeit und des Zugang zum Glauben bereits einen entscheidenden Impuls für Bultmanns theologische Forschung sehen. Bultmann begann sein Studium 1903 in Tübingen und schätzte dort be- sonders den...

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