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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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25. Kennt der Geist kein Geschlecht? Elisabeth Gössmann (* 1928)

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25. Kennt der Geist kein Geschlecht?1 Elisabeth Gössmann (* 1928) Ein Grundzug der theologischen Entwürfe des 20. Jahrhunderts ist deren Orientierung an der Erfahrung. Wo persönliche Erfahrung in das Spre- chen von Gott und die Reflexion dieser Thematik eingebracht wird, ent- spricht es der Logik dieses Prozesses, dass sich die Feministische Theolo- gie entwickelt hat. Ohne sie als integralen Bestandteil kann man sich die gegenwärtige Theologie gar nicht mehr vorstellen. Sie hat deutlich ge- macht, wie einseitig und blind im Hinblick auf die Genderfrage Theologie über Jahrhunderte betrieben wurde. Als sich in den Sechzigerjahren in Europa die ersten Stimmen feministischen Denkens zu Wort meldeten, war diesen die ganze Emotionalität von Zorn und Entrüstung über die Diskriminierung von Frauen in Kirche und Theologie anzumerken. Etab- lierte Vertreter der Theologie nahmen diese Emotionalität zum Anlass, die ersten Ansätze der Feministischen Theologie als unwissenschaftliche, weil emotionsgeladene, modische Zeiterscheinung abzutun. Frauen wie Elisabeth Gössmann ist es zu verdanken, dass dieser Diskurs versachlicht und in ungemein fruchtbarer Weise in die Theologie eingebracht wurde. Gleichzeitig begann eine kompetente und gründliche Aufarbeitung der Genderfrage in der theologischen Tradition, mit dem Ziel, einem neuen Denken in Kirche und Theologie Bahn zu brechen. Es ist offensichtlich, dass dieser Prozess noch keineswegs abgeschlossen ist, und sich tief in Kultur und Psyche verwurzelte soziale Strukturen mit entsprechenden Abhängigkeiten und Machtverteilungen hartnäckig gegen besseres Wis- 1 Mit dieser Überschrift hat Elisabeth Gössmann den Band 6 des von ihr herausge-...

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