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Einzig und allein

Ledige Figuren in der Belletristik

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Andrea Bugge

Diese Arbeit vergleicht die literarischen Darstellungen des ledigen Menschen und die Thematik der Ehelosigkeit in ausgewählten Romanen und Erzählungen aus dem 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Unter Einbezug textsoziologischer, intertextueller, sozialgeschichtlicher, soziokultureller und genderspezifischer Zusammenhänge weist die Autorin den Einfluss des frühromantischen Liebesideals auf die Gestaltung lediger Figuren der folgenden literarischen Strömungen nach. Dabei wird erkennbar, wie prägnant der Typus des «Hagestolzes», der «alten Jungfer» und des postmodernen Singles die Frage nach dem Wesen des Menschen und seinen ästhetischen Ausdrucksformen spiegelt, trotz und gerade wegen der ihm zu allen Zeiten zugeschriebenen scheinbaren sozialen Mangelhaftigkeit.

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2 Vorbildlich romantisch: Friedrich Schlegels wegweisendes Liebesmodell

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Seit der Aufklärung, stärker noch mit der Französischen Revolution, kommt es zu einer Ver- änderung der Sichtweise auf den Ehestand und damit zu einer neuen Auffassung der Beziehung zwischen Mann und Frau. Gleichzeitig sind Bemühungen der Frauen zu beobach- ten, sich von dem bisherigen Lebenskonzept der Ehefrau und Mutter zu distanzieren, um künstlerisch tätig zu werden und sich dafür Zeiten und Orte zu schaffen, die ein Alleinsein in Kreativität ermöglichen. Die zeitweilige Absonderung bewirkt Freiheit, während die Männer oft mit ihrer Freiheit nichts anzufangen wissen, wenngleich sie nunmehr an ihrer Partnerin Ei- genschaften festzustellen beginnen, die den ihren nicht unähnlich sind. Mit dieser Erkenntnis erhält die Frau den Status einer ebenbürtigen, wenn auch nicht gleichberechtigten Partnerin. Sie ist keine Dienerin mehr, sondern eine körperlich und geistig ästhetische Geliebte, Freun- din, Ehefrau und Mutter, in der Ehe mit einem Künstler ist sie zusätzlich seine Muse. So lautet ihr zu erfüllendes Programm. 2.1. Strahlend fern: Das Frauenideal „Lucinde“ Friedrich Schlegel stellt in seinem frühromantischen Roman „Lucinde“ (1799) ein solches neues Partnerschaftskonzept dar, das vielmehr eine Art “wilde Ehe” als eine bürgerlich-legiti- mierte Verbindung zeigt. Schlegel gilt als Außenseiter, da er durch die kritischen Beiträge in seiner Zeitschrift „Athenäum“ mehr Feindschaften als Freundschaften pflegt (u. a. mit Schiller, Humboldt, Wieland, Ludwig Ferdinand und Therese Huber, der „Mutter der Journa- listinnen“). Mit dem Roman-Erstling „Lucinde“ erhofft er sich, „dessen Schriftstellerei sich...

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