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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Die Einheitsvolkswirtschaft des Deutschen Zollvereins: Takeo Ohnishi

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745 Die Einheitsvolkswirtschaft des Deutschen Zollvereins Takeo Ohnishi Der Deutsche Zollverein Indem er die zunehmende wirtschaftliche Integration als den Weg zur deutschen Volkswirtschaft im 19. Jahrhundert verstanden wissen wollte, legte der west- deutsche Wirtschaftshistoriker Friedrich Wilhelm Henning1 als mögliche Definiti- on einer Volkswirtschaft allgemein zwei Kriterien zugrunde: nämlich 1) die for- melle Abgrenzung der Wirtschaft eines Landes nach außen und 2) die zuneh- mende Integration der Wirtschaft innerhalb eines Raumes durch eine Verstär- kung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Teilen dieses Gebietes und innerhalb dieser Region. Zur Schaffung der formellen Abgren- zung der deutschen Wirtschaft im 19. Jahrhundert hob Henning das preussische Zollgesetz von 1818 und dessen Entwicklung zum Deutschen Zollverein her- vor, der seit 1834 nach außen eine Zollmauer für die Wirtschaften der Ver- einsstaaten aufbaute. Seine Darstellungen über die industriellen und regionalen Verflechtungen der deutschen Wirtschaft setzen die Zollmauer voraus, die durch den Deutschen Zollverein sichergestellt wurde. Das offizielle Lehrbuch der Wirtschaftsgeschichte in der damaligen DDR bezeichnete den Deutschen Zollverein von 1834 als eine Erleichterung für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft, da zum ersten Mal die Bourgeoisie einen großen innerdeutschen Markt ohne Grenze gehabt habe2. Da in diesem Beitrag bewusst grundlegende wirtschaftshistorische Arbeiten der ehemaligen DDR gewürdigt werden, sei betont, dass die Forschungen über den Deutschen Zollverein sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR allgemein dessen historische Bedeutung in erster Linie als formelle Rahmen- bedingung für die wirtschaftliche Entwicklung zu sehen pflegten. Indessen ging der...

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