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Überseekauf im Agrarhandel

Die Kontraktpraxis nach GAFTA und Einheitsbedingungen- Eine rechtsvergleichende Darstellung

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Tristan Wegner

Die Abhandlung befasst sich mit der Vertragspraxis im (inter-)nationalen Getreide- und Futtermittelhandel. Sie behandelt dabei auch einen Schnittstellenbereich zwischen Seerecht und Handelsrecht – den Überseekaufvertrag. Die Arbeit beleuchtet die englischen Verträge der GAFTA, die auch von Deutschland aus im internationalen Handel mit Agrarrohstoffen eingesetzt werden. Die Bestimmungen der GAFTA-Verträge werden detailliert kommentiert und mit der deutschen Vertragspraxis verglichen. Dazu werden die im innerdeutschen Handel vorherrschenden «Einheitsbedingungen im Deutschen Getreidehandel» herangezogen und erläutert. Die Ausarbeitung schließt damit eine Lücke in der deutschen Literatur. Weder die Verträge der GAFTA noch die Einheitsbedingungen wurden bislang hinreichend behandelt.

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3 Kontraktwesen im internationalen Handel

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3.1 Wichtige Branchenorganisationen und Kontrakte im Getreide- und Futtermittelhandel Im internationalen Handel mit Agrarrohstoffen gibt es eine Vielzahl an Bran- chenorganisationen. Diese Zusammenschlüsse von Kaufleuten dienen deren In- teressensvertretung. So gibt es nicht nur die hier behandelte Grain and Feed Trade Association (GAFTA) sondern auch die Federation of Oils, Seeds and Fats Association (FOSFA). Daneben existieren eine Vielzahl weiterer Organisa- tionen, wie die London Rice Brokers Association (LRBA) oder auch die Refined Sugar Association (RSA). In den Vereinigten Staaten existiert hingegen die North American Export Grain Association (NAEGA). 3.1.1 Die Grain and Feed Trade Association (GAFTA) 3.1.1.1 Geschichte der GAFTA Die GAFTA blickt schon auf eine lange Geschichte zurück.77 Am 15. Mai 1878 traten vier etablierte Händler im Baltic Sale Room in London zusammen und erwogen eine Gemeinschaft für den internationalen Getreidehandel, um die Vormachtstellung Großbritanniens als Zentrum des internationalen Getreide- handels zu stärken.78 So entstand die London Corn Trade Association (LCTA), die nicht nur eigene Musterverträge und Standardbedingungen sondern bereits eine erste Schiedsgerichtsbarkeit entwickelte.79 Der erste Mustervertrag war auf den Verkauf von Weizen aus Ostindien zugeschnitten. Später kamen Verträge für das Schwarze Meer und Amerika dazu. Die effiziente und als fair geltende Schiedsgerichtsbarkeit führte dazu, dass schnell sogar kontinentaleuropäische Händler die Schiedsrichter der LCTA beauftragten.80 Im Jahr 1906 spalteten sich einige Händler von der LCTA ab. Sie handelten überwiegend mit pflanzlichen Eiweißen und sahen ihre Interessen in der bisherigen Organisation nicht hinrei- 77 Ausf...

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