Show Less

Die Zinsschrankenregelung des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008

Ein Überblick fokussiert auf die Anwendung bei Personengesellschaften

Series:

Niklas Todsen

Die Einordnung des Konstrukts Zinsschranke in das weitgehend ungeklärte System der steuerlichen Gewinnermittlung von Personengesellschaften führt zu Unsicherheiten, die diese Arbeit beleuchtet. In einem ersten Schritt werden dazu bestehende Unklarheiten hinsichtlich der Anwendungsweise der Zinsschranke auf Personengesellschaften aufgezeigt. In einem zweiten Teil der Arbeit zeigt der Verfasser auf, inwieweit die Zinsschrankenregelung mit dem System der Besteuerung von Personengesellschaften in Einklang zu bringen ist. Praxisnahe Lösungsmöglichkeiten werden hierzu entwickelt. In einem dritten Teil der Arbeit wird die Zinsschranke mit vergleichbaren Unterkapitalisierungsvorschriften anderer Länder verglichen, um die Wirkungsintensität der Zinsschranke auf Personengesellschaften auch im internationalen Kontext einordnen zu können.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil 3: Die Zinsschranke bei Personengesellschaften im internationalen Rechtsvergleich

Extract

A. Einleitung Die Zinsschrankenregelung hat die Grundlagen für den steuerlichen Abzug von Fremdkapitalvergütungen in Deutschland elementar verändert und jetzt auch Personengesellschaften erfasst. Die noch andauernde Wirtschaftskrise zeigt je- doch, dass die Zinsschranke mit ihrer streng ergebnisbezogenen Herangehens- weise konzeptionelle Schwächen aufweist. Die im dritten Teil der Arbeit fol- gende Übersicht von bereits bestehenden internationalen Konzepten zur Be- schränkung des Abzuges von Zinsaufwendungen soll mögliche Alternativmo- delle zur Zinsschranke aufzeigen, auch hier mit dem Schwerpunkt auf Perso- nengesellschaften. Unter dem Schlagwort Unterkapitalisierung („thin capitalization“) wird in- ternational die Begrenzung der steuerlichen Auswirkungen der (Gesellschafter-) Fremdfinanzierung diskutiert. Entsprechende Regelungen sollen das innerstaat- liche Steueraufkommen vor den Wirkungen einer übermäßigen Fremdfinanzie- rung schützen536. Deshalb bestehen in zahlreichen europäischen und außereuro- päischen Staaten Unterkapitalisierungsregeln („thin capitalization rules“). Mit ihnen lassen sich Korrekturen an der steuerlichen Bemessungsgrundlage bei Feststellung einer übermäßigen Fremdfinanzierung vornehmen. Während viele Länder Spezialnormen zur Gesellschafterfremdfinanzierung verabschiedet ha- ben537, greifen andere Länder auf die allgemeinen steuerlichen Missbrauchsvor- schriften zurück538, während wieder andere539 in der übermäßigen Fremdfinan- zierung überhaupt keinen Missbrauch erkennen und keinen Handlungsbedarf sehen540. Die wirtschaftlich stärksten Industrienationen haben aber entsprechen- 536 Zielke, RIW 2006, 600 (604); Ernst, TNI 2006, 657 (658); Zielke, StuW 2009, 63 (65 ff.); Herzig/Bohn,IStR 2009, 253 (254); Ernst/Bachmann, StuW 2010, 262 (262).. 537 Neben Deutschland sind dies beispielsweise die nachfolgend genauer zu behandelnden länderspezifischen Regelungen der USA, Italien und Frankreich. 538 Dies sind beispielsweise die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.