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Ze lere den tumben

Hartmanns ‘Rede vom heiligen Glauben’

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Christine Kühn

Die Arbeit wurde mit dem Promotionspreis der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Duisburg-Essen ausgezeichnet.

Diese Studie liefert erstmalig eine umfassende systematische Untersuchung und Bewertung der ‘Rede vom heiligen Glauben’ des Armen Hartmann. Eine zeit- und theologiegeschichtliche Einbettung verdeutlicht die Eigenständigkeit seiner volkssprachigen Erläuterung und Kommentierung des Credo sowie seine Konzessionen an den Zeitgeist. Die detaillierte Analyse entwirft das Bild eines theologisch versierten Autors, der in seinem vielfach unterschätzten Werk theologisch-ethische Sachkunde mit der Kenntnis aktueller Streitfragen verbindet und sie für ein Laienpublikum didaktisch aufbereitet. Hartmanns Werk erlaubt einen tiefen Einblick in den Gegenstandsbereich der mittelalterlichen theologischen Breitenbildung und eröffnet eine neue Sichtweise der frühmittelhochdeutschen ‘geistlichen Literatur’ des 11. und 12. Jahrhunderts.

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6 Hartmanns Gottes- und Trinitätslehre

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In allen Glaubensbekenntnissen kommt der Gottes- und Trinitätslehre ein beson­ deres Gewicht zu. Der eine christliche Gott zeigt sich den Menschen in drei Per­ sonen, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Besonders die Frage, wie sich Gottheit und Menschheit in Christus zueinander verhalten und zu denken seien, wurde theologiegeschichtlich kontrovers diskutiert. Das Problem, wie diese Konzepte miteinander verbunden werden können, wurde auf zahlreichen Konzilien vor al­ lem in der Alten Kirche erörtert.285 Ausfluss dieser Diskussionen waren die auf den gefundenen Kompromissen aufruhenden Glaubensbekenntnisse. Auch wenn die Bekenntnisse in ihrer Formelhaftigkeit weitgehend vor Veränderungen der nachfolgenden Jahrhunderte geschützt waren, bleiben sie im Wesentlichen Zeug­ nisse ihrer Zeit und damit der im 3. bis 8. Jahrhundert diskutierten Fragestellun­ gen. Hartmanns und andere Interpretationen der gefundenen Kompromissfor­ meln erlauben darüber hinaus einen Blick auf die Art und Weise, wie mit ihnen umgegangen wurde, d.h. wie sie in einer bestimmten Zeit rezipiert wurden. Auch Hartmann räumt der Gottes- und Trinitätslehre einen besonderen Stellen­ wert ein. Er bekräftigt eingangs den Glauben an den einen Gott (Credo in unum deum [V. 61]; Ich geloube an einen got [V. 67]). An Beginn und Ende seines Werkes stellt Hartmann hingegen Gebete, in denen er die drei Personen Gottes anspricht: Im Eingangs- wie auch dem Schlussgebet finden sich trinitarische Formeln (Herre vater ewich, / du wis mir armen genædich / in dem namen dines einbornen sunis, / daz du mir herre des gefrumis, / daz du mir sendis dinen vol...

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