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Dopingregeln im Pferdesport

Unter besonderer Berücksichtigung des World Anti-Doping Code

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Julia Dallmeier

Im Vergleich zum Humansport ist der tierische Athlet im Reitsport als gleichberechtigter Sportpartner den künstlichen Leistungssteigerungen ohne Mitspracherecht ausgesetzt. In Anbetracht der erheblichen Zunahme von Dopingfällen im nationalen und internationalen Reitsport mussten sich die Pferdesportverbände unter Berücksichtigung des World-Anti-Doping Codes materiell- und verfahrensrechtlich neu positionieren. Ziel dieser Arbeit ist es zu beleuchten, inwieweit die Regeln des WADA- und NADA-Codes, die in erster Linie für den Humansport konzipiert wurden und für den Pferdeport nur rudimentäre Regelungen enthalten, durch den nationalen und internationalen Pferdesportverband unter Beachtung des jeweils geltenden Rechts umsetzbar sind und inwieweit langen sowie kostenintensiven Dopingverfahren vor den staatlichen Gerichten zugunsten der Sportgerichtsbarkeit ein Ende gesetzt werden kann. Vor diesem Hintergrund gilt es einen internationalen Entscheidungseinklang in der sportrechtlichen Anti-Doping Rechtsprechung mithilfe der Sportschiedsgerichtsbarkeit weiter zu fordern und zu fördern.

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Einleitung

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A. Problemaufriss Im vergangenen Jahrzehnt ist das Thema „Doping“ zunehmend in den Vorder- grund getreten und sticht aus dem Kreis der negativen Begleiterscheinungen des Sports besonders hervor. Doping und Sport scheinen in einer untrennbaren Be- ziehung zueinander zu stehen. Ein Blick in den Sportteil der Tageszeitungen verdeutlicht dies. Getrieben von einer Öffentlichkeit, die nur dem Sieger huldigt und einer Wirtschaft, die nur den sportlichen Erfolg honoriert, blieb auch der Pferdesport von Negativschlagzeilen über gedopte Athleten – in diesem Fall in erster Linie die Pferde – nicht verschont. Im Unterschied zum Humansport ist der tierische Athlet im Reitsport – der weltweit einzigen olympischen Sportart, bei der Mensch und Tier als Team ge- meinsam um sportliche Erfolge kämpfen – als gleichberechtigter Sportpartner den künstlichen Leistungssteigerungen ohne Mitspracherecht ausgeliefert.1 Unter der olympischen Devise „höher, schneller, weiter“ kann der kategorische Wunsch nach immer besseren Leistungen und möglichst kurzen Regenera- tionsphasen erkrankter Pferde schnell zu einer Leistungsmanipulation ausarten, die nicht nur die Glaubwürdigkeit und das Ansehen des Reitsports, sondern vor allem die Gesundheit der sportlich eingesetzten Pferde und die Zukunft der lei- stungsorientierten Pferdzucht bedroht.2 Mit den Meldungen über die Doping- und Medikationsvorfälle während der Olympischen Spiele 2008, als sechs Reiter aufgrund eines positiven Testergeb- nisses ihrer Pferde – darunter auch der deutsche Nationalreiter Christian Ahl- mann – die Heimreise antreten mussten, schien der Höhepunkt in der Dopingge- schichte des Pferdesports erreicht.3 Doch es folgten weitere Dopingvorwürfe, 1 Im Humansport vergleichbar sind künstliche Leistungsbeeinflussungen, die unter der Führung totalitärer...

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