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Herodots Wege des Erzählens

Logos und Topos in den "Historien</I>

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Edited By Klaus Geus, Elizabeth Irwin and Thomas Poiss

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot (5. Jh. v. Chr.) hat sich in den letzten Jahrzehnten aus einem Protohistoriker, der «zahllose Lügengeschichten» erzählt (so noch Ciceros Diktum), über einen geachteten, doch etwas naiven Vorläufer des Thukydides zu einem der wichtigsten antiken Autoren überhaupt entwickelt. Er genießt daher zu Recht die Aufmerksamkeit von Forschern aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Trotzdem sind viele Aspekte der Herodot-Forschung umstritten, und von einer verbindlichen Sichtweise über den pater historiae, den «Vater der Geschichtsschreibung», scheint man weiter entfernt als jemals zuvor. Dieser Sammelband bildet das weite Spektrum moderner Perspektiven auf Herodot ab, ohne sich einer einzigen Forschungstendenz als Dogma zu verschreiben.

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Christian Wendt - Herodot als Vater des politischen Realismus?

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345 Christian Wendt Herodot als Vater des politischen Realismus? Zusammenfassung Der Stellenwert des Herodot in insbesondere politikwissenschaftlicher Rezeption ist – im Kontrast zu dem des Thukydides – höchstens gering zu nennen. Daher wird hier der Versuch unternommen, Herodot in diesem Bezug quasi urbar zu ma- chen, also die Frage nach einer politischen, in diesem Fall ‘zwischenstaatlichen’ Analyse im herodoteischen Werk gestellt. Es zeigt sich, dass Herodot durchaus konsistente Anschauungen entwickelt und daher nicht zwingend Thukydides als der erste Vertreter eines interpolitischen Realismus gelten muss. Abstract In stark contrast with Thucydides, Herodotus´ reception among political scholars is mediocre at best. This article tries to to re-evaluate the political analysis, particularly that involving inter-state relations, to be found in Herodotus’ Histories. It can be shown that Herodotus uses a system with consistent views. Thus it may be argued that it is not Thucydides but Herodotus who is the founder of political realism. Résumé Le rôle joué par Hérodote dans les sciences politiques et leur tradition, contraire- ment à celui de Thucydide, est d'une importance minime. Par conséquent, nous es- sayerons ici de le rendre accessible sous cet angle, en abordant la question de l'ana- lyse politique (à savoir ici ‘interétatique’) dans l'œuvre du « père de l'Histoire ». Hé- rodote apparaîtra comme l'auteur de conceptions tout à fait solides et cohérentes, nous forçant à relativiser la place de Thucydide – jusqu'ici incontestée – de premier représentant du réalisme politique. 346 Christian Wendt 1. Herodot und die Ebenen...

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