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Zeitbetrachtungen

Bildung – Arbeit – Biografie- Festschrift für Rudolf Husemann

Edited By Martina Kattein and Matthias Vonken

Die vielfältigen Verknüpfungen zwischen Bildung, Arbeit und Biografie werden in dieser Festschrift für Rudolf Husemann aus einer zeitbezogenen Perspektive beleuchtet. Die gewählten Zugänge fokussieren dabei zum einen spezifische Lebensphasen aus der Bildungs-, Arbeits- und Biografieperspektive, so z.B. die Berufseinstiegs- oder Ausstiegsphase. Zum anderen lassen sich unter dem genannten Themendach spezifische Zeitdimensionen verorten, wie z.B. Zeit für Bildung, Zeitarbeit etc. Zu diesen Fragestellungen wurden aktuelle theoretische Diskurse, empirische Forschungsergebnisse und Projektberichte aus der Bildungspraxis zusammengeführt. Die Autorinnen und Autoren sind in der Bildungs-, Berufs- und Arbeitsforschung sowie in der Bildungspraxis im bundesdeutschen und internationalen Kontext tätig.

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I. Bildungsgesellschaft?

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16 17 Öffnung der Hochschulen. Anmerkungen zum emanzipatorischen Potenzial alternativer Zugänge zum Studium Rolf Dobischat / Robert Schurgatz 1. Problemstellung „Kein Bildungsgang darf in einer Sackgasse enden“. Mit diesem Plädoyer griff der Deutsche Bildungsrat (1970, S. 38) ein bildungspolitisches Thema erneut auf, dessen historische Ursprünge bis in die Weimarer Republik zurückreichen. Sackgassen in der individuellen Bildungsbiografie – so die Botschaft des Bildungsrates – sollen dadurch vermieden werden, dass sich nach einem erstmals beschrittenen Weg, idealtypisch über die Berufsausbildung vollzogen, weitere Optionen eröffnen, die den Zugang zur Hochschule ebnen. Meilensteine auf dem Weg zu mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem waren die Gründung des ersten Abendgymnasiums im Jahr 1928 durch Peter Adalbert Silbermann in Berlin und die Verordnung zum Hochschulzugang ohne Abitur im Jahr 1924 in Preußen (vgl. Wolter, 1990, S. 51). Beide exemplarischen Ereignisse können als Aus- gangspunkte einer Entwicklung angesehen werden, die heute unter den Begriffen zweiter und dritter Bildungsweg die bildungspolitische Debatte im Kontext von Hochschulöffnung und Diversity, wie auch Gleichwertigkeit von allgemeiner und beruflicher Bildung beim Zugang zum Studium mitbestimmen (vgl. dazu Wolter, 2010, Husemann/Münch/Pütz, 1995). Beide Bildungswege sind grund- sätzlich als Alternative zum traditionellen ersten Bildungsweg konzipiert und sollen einen Beitrag zur horizontalen Durchlässigkeit im Bildungssystem leisten. Während der klassische gymnasiale Bildungsweg der „Standardbildungsbio- graphie“ über den direkten Weg zum Erwerb der fachgebundenen oder allgemeinen Hochschulreife entspricht, sind der zweite und der dritte Bildungs- weg als Abweichungen vom Standard definiert: Die Abweichung beim zweiten Bildungsweg...

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