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Blickpunkt Gender

Anstöß(ig)e(s) aus Theologie und Religionspädagogik

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Edited By Sabine Pemsel-Maier

Der Sammelband bietet neue Beiträge zur theologischen und religionspädagogischen Genderforschung. Themen wie Körpertheologie in biblischen Texten, die Auseinandersetzung um die Rolle von Frauen in den Apokryphen und weibliche Verfasserinnen von Flugschriften in der Reformationszeit kommen dabei ebenso zur Sprache wie stärker praxis- bzw. schulbezogene Fragen, wie die nach einer genderspezifischen Lektüre des Buches Judith, dem Zusammenhang von Gender und sozialem Engagement bei Jungen und Mädchen sowie dem Mehrwert von Gender für die Praktische Theologie. Ziel ist es, Genderfragen in Theologie und Religionspädagogik nach einer intensiven Phase der Etablierung weiterhin wach zu halten und neuere Forschungsergebnisse aufzubereiten.

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Weibliche Gottesbilder im Alten Testament: Impulse für eine gendergerechte Rede von Gott. Gabriele Theuer

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31 Weibliche Gottesbilder im Alten Testament: Impulse für eine gendergerechte Rede von Gott Gabriele Theuer Weibliche Gottesbilder im Alten Testament Der folgende Artikel benennt das Problem der in der jüdisch-christlichen Tradition üblichen androzentrischen Gottesrede und stellt die Einseitigkeit eines solchen Sprechens von Gott heraus. Er stellt kurz das Anliegen und die Hermeneutik der feministischen Exegese vor und skizziert die Konsequenzen dieses Ansatzes für die Rede von Gott. Anschließend wird auf die vielfältigen weiblichen Gottesbilder des Ersten Testaments eingegangen, wobei dem Bild von Gott als Mutter eine besondere Bedeutung zukommt. Es wird weiter aufgezeigt, dass weib- lich-mütterliche Konnotationen Gottes auch im „klassischen“ biblischen und christlichen Sprachgebrauch begegnen, z. B. in der Rede von der Barmherzigkeit Gottes oder aber vom „Geist Gottes“. Der Beitrag will dazu ermutigen, die Vielfalt der weiblichen und männlichen Gottesbilder in unserer Rede von Gott zum Tragen zu bringen. I Zur Relevanz männlicher und weiblicher Gottesbilder I.1 Problemaufriss Das Bekenntnis zu dem einzigen Gott ist die zentrale Aussage des jüdischen und christlichen Glaubens. In der christlichen Tradition spielt die durch Jesus ge- prägte Anrede Gottes als „Vater“ eine zentrale Rolle. Problematisch dabei ist, dass viele die Vaterbezeichnung für Gott nicht als Metapher verstehen, sondern sie unreflektiert mit dem Wesen Gottes gleichsetzen, der damit eindeutig als Mann gilt1. Insgesamt begegnen in unserer kirchlichen Tradition vorwiegend männliche personale Gottesmetaphern, welche die Dominanz Gottes zum Aus- druck bringen, wie Herr, König, Herrscher, Richter oder Allmächtiger. Die Rede...

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