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Blickpunkt Gender

Anstöß(ig)e(s) aus Theologie und Religionspädagogik

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Edited By Sabine Pemsel-Maier

Der Sammelband bietet neue Beiträge zur theologischen und religionspädagogischen Genderforschung. Themen wie Körpertheologie in biblischen Texten, die Auseinandersetzung um die Rolle von Frauen in den Apokryphen und weibliche Verfasserinnen von Flugschriften in der Reformationszeit kommen dabei ebenso zur Sprache wie stärker praxis- bzw. schulbezogene Fragen, wie die nach einer genderspezifischen Lektüre des Buches Judith, dem Zusammenhang von Gender und sozialem Engagement bei Jungen und Mädchen sowie dem Mehrwert von Gender für die Praktische Theologie. Ziel ist es, Genderfragen in Theologie und Religionspädagogik nach einer intensiven Phase der Etablierung weiterhin wach zu halten und neuere Forschungsergebnisse aufzubereiten.

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Durchque(e)rungen – diskriminierungskritische Perspektiven erziehungswissenschaftlicher Geschlechterforschung.

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245 Durchque(e)rungen – diskriminierungskritische Perspektiven erziehungswissenschaftlicher Geschlechterforschung Astrid Messerschmidt Perspektiven erziehungswissenschaftlicher Geschlechterforschung Der Beitrag skizziert Entwicklungen im Umgang mit der Kategorie gender in feministischen Theorien aus Perspektiven der Erziehungswissenschaft und im Zusammenhang gesellschafts- politischer Tendenzen im Umgang mit Migration und Pluralität. I Feministische Theoriebildung als herrschaftskritische Selbstreflexion Frauen- und Geschlechterforschung haben bis heute immer wieder den Gleich- heitsgedanken überprüft und Verhältnisse der Ungleichheit benannt. Dabei sind diese Ungleichheiten im Verlauf der feministischen Theoriedebatte nicht nur zwischen Männern und Frauen analysiert worden, sondern immer mehr rückten Differenzverhältnisse unter Frauen in den Blick. Die feministische Diskussion um Differenz hat sich selbstkritisch auf den eigenen Subjektstatus gewendet und die vermeintliche Einheit der Kategorie „Frau“ gesprengt. Die Differenzmarkie- rung dient nicht mehr der Kennzeichnung von Geschlechterdualitäten, sondern wird zum Ort der inneren Heterogenität der Geschlechter, eine unendliche Be- wegung der Infragestellung geschlechtlicher Identität setzt ein. Durch die Kate- gorie „Frau“ laufen vielfältige Differenzlinien hindurch, die sexuell, sozial und kulturell bedingt sind. Damit lässt sich feministische Kritik auf Differenz ein, anstatt an einer Identitätsbestimmung festzuhalten, die alles ausschließen muss, was sie fragwürdig werden lässt. Kritik an geschlechtlich bedingter Diskriminie- rung wird dabei nicht hinfällig, sondern erst in die Lage versetzt, wahrzuneh- men, wie feministische Politiken und Repräsentationen selbst in diskriminieren- de Strukturen involviert sind. Durch die feministische Auseinandersetzung mit eigenen Machtpraktiken und mit den inneren Differenzierungen der Kategorie „Frau“ sind Erweiterungen in der Analyse von Herrschaft m...

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