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Josef Gieles: Studentenbriefe 1939-1942

Widerständiges Denken im Umfeld der Weißen Rose- 2., durchgesehene Auflage

Edited By Heinrich Kanz

Diese Briefsammlung enthält alle im Familienarchiv Gieles vorhandenen Briefe an die Eltern und Geschwister in Klein-Auheim aus der Münchener Studentenzeit September 1939 bis Ende 1942 (Medizinische Promotion/Staatsexamen). Sie spiegeln die innere und äußere Entwicklung eines Studenten der Medizin im Dritten Reich wider, dessen Studium parallel zu militärischer Ausbildung und dem Dienst in einer Sanitäts-/Studentenkompagnie lief. Josef Gieles gehörte zum studentischen Freundeskreis der Weißen Rose. Er war mit einigen ihrer hingerichteten Mitglieder freundschaftlich verbunden und hatte geistigen Kontakt mit ihnen.

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BRIEFE 1940

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München, den 24.1.40 Liebe Eltern! Meine Anschrift: Krankenträger J. Gieles München Saarstraße 14 San. Ers. Abt. 7, 3. K./Zi. 57 Vorläufig gefällt es mir hier noch ganz gut, es ist nur alles etwas gedrängt, weil eine doppelt so starke Belegschaft, als sonst, auf dem Zimmer ist. Wir sind 12 Mann auf dem Zimmer, davon 5 Mediziner und 1 Pharmazeut, der mitten aus dem Staatsexamen geholt wurde. Mit uns wurden approbierte Ärzte, Zahnärzte, Theologen, Juristen, teilweise schon fertig, eingezogen. Die Beleg­ schaft ist recht gemischt, auch im Bezug auf Alter, v. 19-30 und noch viel Ältere. Unsere Ausbildung dauert 8 Wochen. D. Ausbilder sind zum großen Teil Studenten, eine ganze Menge, mit denen ich auf Du stehe, mit einem habe ich sogar Physikum gemacht. Alle andren Führer sind Bayern, echte und gemütliche; das zeigt sich auch im Dienst; d. ‘'Eigentempo" der Bayern ist viel langsamer als das der Preußen. Dazu kommt, daß alle Offiziere Ärzte sind und als solche doch nicht so streng als andre. Sie haben Hochschulluft geatmet. Auch das Essen ist sehr gut und reichlich, so daß man dicke satt wird und noch mehr bekommen könnte, wollte man haben. Eingekleidet sind wir auch schon; ich habe eine dunkelgrüne Uniform, die entweder von Tschechen oder von Förstern stammt. Es ist auch gut für Unterwäsche usw. gesorgt, so daß man nicht zu frieren braucht. Wann wir zum erstenmal heraus dürfen, weiß ich nicht.-...

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