Show Less

Der Amtsbesitz des Insolvenzverwalters

Series:

Fabian Vielsäcker

Diese Arbeit beleuchtet sowohl praktische wie auch dogmatische Fragen im Zusammenhang mit der Inbesitznahme von Massegegenständen durch den Insolvenzverwalter. Die Untersuchung erfolgt dabei in erster Linie vor dem Hintergrund der Pflicht des Verwalters aus § 148 Abs. 1 InsO, das Vermögen des Schuldners sofort nach Verfahrenseröffnung in Besitz und Verwaltung zu nehmen. Die Arbeit begnügt sich dabei nicht alleine mit der Suche nach den Anforderungen, die an die Erfüllung der Pflicht zur Inbesitznahme zu stellen sind. Vielmehr überprüft sie vor dem Hintergrund insolvenzverfahrensspezifischer Fragestellungen ob, wann und wie ein Insolvenzverwalter Besitz an Massegegenständen erwirbt und welche konkreten besitzrechtlichen Folgen hieraus resultieren.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil III - Der Erwerb des Amtsbesitzes

Extract

Der Amtsbesitz des Insolvenzverwalters stellt nach dem aus Teil II gewonnenen Ergebnis besitzrechtlich keine Besonderheit dar. Erfüllt der Insolvenzverwalter die Voraussetzungen der §§ 854 ff. BGB so ist er ohne Einschränkung als zivil- rechtlicher Besitzer anzuerkennen. Damit treffen ihn auf der anderen Seite auch die hieraus folgenden Konsequenzen. Diese können sowohl von Vorteil sein, etwa der Erwerb von Besitzschutzrechten, aber u.U. auch von Nachteil, zu den- ken wäre an diverse an den Besitz anknüpfende Haftungstatbestände. Dies vorausgeschickt stellt sich in der Praxis oftmals die Frage, durch welchen Akt und zu welchem Zeitpunkt nun der Insolvenzverwalter überhaupt Besitz an den Vermögensgegenständen des Schuldners erwirbt und daraus folgend sowohl in die daran anknüpfende Haftung tritt, als auch die Rechte aus dem Besitz wahrnehmen kann. Ausgehend vom Wortlaut des § 148 Abs. 1 InsO, spricht zunächst viel dafür, dass der Insolvenzverwalter erst Besitzer wird, sobald er die Vermögensgegen- stände nach Insolvenzeröffnung „in Besitz“ genommen hat. Dies soll der Vor- schrift nach „sofort“ geschehen.304 Wie die anschließenden Ausführungen jedoch zeigen werden, kommt nicht al- leine das regelmäßig für diese Inbesitznahme geforderte Ergreifen der Sache305 oder eine aktive Besitzübergabe als Erwerbsmoment in Betracht. Vielmehr be- gründen normative Erwägungen den Verdacht, dass schon zu einem früheren Zeitpunkt und ohne eine nach außen erkennbare Erwerbshandlung der Insol- venzverwalter als Besitzer der Massegegenstände anzusehen sein könnte.306 Dies hängt nicht zuletzt eng mit den praktischen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.