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Reformation und Humanismus

Philipp Melanchthon und Johannes Calvin

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Wilhelm Schwendemann

Warum soll man sich mit Philipp Melanchthon und Johannes Calvin außerhalb von jährlichen Erinnerungsfeiern beschäftigen? Beide Theologen waren umfassend humanistisch gebildet und sind über den Weg der Sprache auf biblische Texte gestoßen und haben so die Reformationen in Wittenberg und in Genf wesentlich befördert. Ohne den Hintergrund humanistisch-philologischer Ausbildung wären sie theologisch nicht kompetent gewesen und hätten die Tiefenstruktur der biblischen Texte nicht aufnehmen können. Die politischen und sozialen Herausforderungen waren für beide Reformatoren sehr verschieden, wobei jedoch der humanistische Bildungsgrund so etwas wie eine Sensibilisierung für Vielfalt entstehen ließ. Die theologisch-reformatorischen Modelle sind insofern bedenkenswert und faszinierend, weil sie auf die Grundfragen christlicher Existenz, Bildung und Erziehung, christlicher Praxis und Ethik antworten.

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Christentum und Humanismus –Bildung in der Perspektive Philipp Melanchthons

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Christentum und Humanismus – Bildung in der Perspektive Philipp Melanchthons1 Vortrag anlässlich der Ringvorlesung: 450 Jahre Reformation in Baden 16. Mai 2006, Ev. Ludwigsgemeinde Einleitung Vor 450 Jahren im Juni 1556 verordnete der Markgraf Karl II. von Baden-Pforz- heim dem badischen Land eine Neuordnung des Kirchenlebens und eine neue Kirchenordnung auf der Basis des Augsburger Reichs- und Religionsfriedens Re- ligionsfriedens von 1555. Die benachbarte Pfalz war schon im April des gleichen Jahres protestantisch geordnet worden. Die Einführung des protestantischen Bekenntnisses in Baden ist also durchaus so etwas wie eine Erneuerung der Kirche von oben her gewesen, eine Fürstenreformation, wobei in den badischen und oberdeutschen Landstri- chen schon lange vor der offiziellen Einführung reformatorische Bewegungen aktiv waren: Ich nenne einfach mal ein paar Fakten: Unübersehbar sind die Ein- flüsse Bucers aus Straßburg, Zwinglis aus Zürich, Blarers aus Konstanz, Ökolam- pads in Basel, Calvins in Genf, der Täuferbewegung am Hochrhein usw. Der badische Markgraf vollzog also das, was ihm nach dem so genannten Augsburger Religionsfrieden vom 25. September 1555 zustand (vgl. Hoffmann 2005, S. 241−249; Pesch 2006; Schilling 2007; Walter 2007, S. 105−126; Wenz 2005, S. 202−212). Der Augsburger Reichs- und Religionsfrieden wurde auf dem Reichstag zu Augsburg zwischen Ferdinand I., der seinen Bruder Kaiser Karl V. und damit den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation vertrat, und den deutschen Reichsständen geschlossen. Als Reichsgesetz für das gesamte deutsche Herrschaftsgebiet des Kaisers sicher- te er den Anhängern...

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