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«Fortsetzung folgt...»

Zum intertextuellen Trialog zwischen Günter Grass, Salman Rushdie, John Irving und ihrem Ahnherrn Laurence Sterne

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Bettina Beltz

Intertextuelle Literatur liefert subversive und polyphone Zustandsbeschreibungen der Welt. Sie ist Gedächtnisort der Kultur, schreibt sich in diese ein und stiftet Identität. Intertextuelle Literatur wird damit zur Verwirklichung des Goetheschen Konzeptes von Weltliteratur. Unter all diesen Prämissen werden die Werke Günter Grass’, Salman Rushdies und John Irvings in dieser Arbeit untersucht. Dabei entstehen differenzierte Bilder des 20. Jahrhunderts und seiner politischen und gesellschaftlichen Befindlichkeiten, die sich trotz der unterschiedlichen kulturellen Provenienz gegenseitig berühren und befruchten. Denn die Themen, die Bücher nicht nur für Grass zu «Überlebensmitteln» machen und seit jeher gemacht haben, davon wird auch in Zukunft und überall zu erzählen sein: Es geht um Verlust und Identität, um Geschichte und Gegengeschichte, um Wahrheit und Erinnerung.

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III. Rezeptionsgeschichtlicher Hintergrund und Forschungsstand

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Um die historisch-genetische mit der historisch-funktionalen Untersuchung der literarischen Beziehungen zwischen Günter Grass, Salman Rushdie, John Irving und Laurence Sterne zu verbinden, wie es hier angestrebt wird und wie es be- reits Klaus Pezold 1987 für die Blechtrommel gefordert hat, um ihr den ihr zu- stehenden Platz in der Literaturgeschichte einzuräumen204, erscheint es sinnvoll, einen Blick auf die gemeinsame Rezeptions- und Wirkungsgeschichte der vier Werke zu werfen, dorthin, wo sie beginnt und sich in der Folge überschneidet. Auf die herausragende und prägende Stellung, die Günter Grass seit Erscheinen der Blechtrommel als Vertreter einer neuen – oder besser seit Ende des 2. Welt- kriegs überhaupt erst wiederbelebten – deutschen Literatur im Ausland einnahm und weiterhin einnehmen sollte, weist schon der amerikanische Publizist Ri- chard Kluger in seiner Besprechung der Hundejahre 1965 hin: If I were assembling an orchestra of authors, I might put Henry James at violin, D. H. Laurence at trumpet, Tolstoi at French horn, Scott Fitzgerald at saxophone, Saul Bellow at oboe, Norman Mailer at cymbals, J. D. Salinger at flute, and Günter Grass – Günter Grass would be my conductor.205 Die Danziger Trilogie ist für Kluger ein Prosawerk von so hohem und internati- onalem Rang, dass Günter Grass für ihn damit zu einem der prägenden Schrift- steller des 20. Jahrhunderts wird, denn er fährt fort: "But Grass writes better than all of them, better than any living American or European novelist, I should say exept Nabokov."206 Es muss...

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